Sendedatum: 21.01.2008 20:00 Uhr

Cellokonzert in der Hamburger Laeiszhalle

Konzerttemine:
Montag, 21. Januar 2008, 20.00 Uhr, Laeiszhalle, Hamburg

Sendetermin:
Montag, 21. Januar 2008, 20.00 Uhr, live auf NDR Kultur

Alisa Weilerstein - International bekannte Musikerin

Bereits mit vier Jahren begann Alisa Weilerstein Violoncello zu spielen. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die aus einer Musikerfamilie stammende Amerikanerin ein halbes Jahr später. Im Oktober 1995 feierte sie ihr Debüt beim Cleveland Orchestra. Der erste Auftritt in der Carnegie Hall ließ nicht lange auf sich warten. Heute tritt die 25-jährige Cellistin, die 2006 im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals mit dem Leonard Bernstein Award ausgezeichnet wurde, mit den großen amerikanischen und europäischen Orchestern auf und ist regelmäßiger Gast bei international renommierten Festivals.

Bei ihren gemeinsamen Konzerten mit dem von Manfred Honeck geleiteten NDR Sinfonieorchester in Hamburg präsentiert Alisa Weilerstein Antonín Dvoráks Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104. Es ist ein in sinfonischer Großform konzipiertes Werk, bei dem der effektvolle Solopart eng mit dem reichen, hochromantischen Orchesterapparat verwoben ist. Nicht umsonst ist das Konzert als Dvoráks "Zehnte" Sinfonie bezeichnet worden.

Ein faszinierendes, doppelbödiges Werk

Nach der Pause steht Dmitrij Schostakowitschs "Fünfte Sinfonie" auf dem Programm, die im November 1937 mit gewaltigem Erfolg von Jewgenij Mrawinski in Leningrad uraufgeführt wurde. Der Schauspieler und Schriftsteller Aleksandr Nikolajewitsch Glumov schrieb in seinen Erinnerungen über das Ereignis: "Die elektrisierende Kraft der Musik führte dazu, dass schließlich alle aufstanden. Als der Beifallssturm die Säulen des Philharmoniesaales erzittern ließ, hob Mrawinski die Partitur hoch, um damit deutlich zu machen, dass diese Ovationen nicht ihm und nicht dem Orchester gebühren, sondern dem Schöpfer dieser Musik - Schostakowitsch."

Dieser öffentliche Erfolg stand jedoch in krassem Gegensatz zu Schostakowitschs persönlichen Lebensumständen. Der Komponist war im Zuge des radikalen politisch-kulturellen Klimawandels in der Sowjetunion zur politischen Unperson geworden und musste in Zeiten des stalinistischen Staatsterrors um sein Leben fürchten. Angesichts dieser Tatsachen ist frühzeitig vermutet worden, dass Schostakowitsch in seiner "Fünften Sinfonie" die kulturpolitischen Vorgaben des "Sozialistischen Realismus" nur zum Schein bediente und somit ein faszinierendes doppelbödiges Werk schuf.

Musikalische Kinderbetreuung

Am 20. Januar findet parallel zum Konzert im E-Saal der Laeiszhalle ein musikalisches Begleitprogramm für Kinder ab fünf Jahren statt. Anmeldeformulare hierfür sind im NDR Ticketshop erhältlich.

Dieses Thema im Programm:

NDR Elbphilharmonie Orchester | 21.01.2008 | 20:00 Uhr

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