Sendedatum: 10.12.2007 20:05 Uhr

Herbert Blomstedt und das NDR Sinfonieorchester

Sinfonien von Nielsen und Mendelssohn Bartholdy

Sendetermin:
Montag, 10. Dezember 2007, 20.05 Uhr, auf NDR Kultur

Herbert Blomstedt © Picture-Alliance/dpa/dpaweb

Von dänischem "Überschwang" und schottischer Landschaft haben die von Herbert Blomstedt dirigierten Konzerte des NDR Sinfonieorchesters erzählt, die am 16. November in der Hamburger Laeiszhalle und am 17. November in der Lübecker Musik- und Kongresshalle zur Aufführung kamen.

NDR Kultur sendet das Hamburger Konzert am 10. Dezember 2007 um 20.05 Uhr auf NDR Kultur. Auf dem Programm standen zwei 3. Sinfonien: Carl Nielsens Sinfonie Nr. 3 d-Moll op. 27 "Sinfonia espansiva" und Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 "Schottische".

"Sinfonia espansiva"

Über den Titel von Carl Nielsens Dritter Sinfonie, der "Sinfonia espansiva", schrieb der britische Musikwissenschaftler und Komponist Robert Simpson, dass sich das "espansiva", das "sich Ausdehnende", nicht auf die äußeren Dimensionen des Werkes oder den Klangapparat beziehe, sondern "auf die Erweiterung des geistigen Horizontes (...) und auf die Expansion des Erlebens, die sich daraus ergibt". In der Sinfonie, so Simpson weiter, sei Nielsens "Sinn für menschliche Tatkraft und Lebensfreude" erkennbar, und der Titel deute "nicht Überfluss, sondern Überschwang" an. Hört man den eruptiven Beginn des Werkes, das von einer sich zunehmend rhythmisch verdichtenden Folge des in Oktaven aufgefächerten Tons A eingeleitet wird, kann man Simpson nur zustimmen. Herbert Blomstedt hat sämtliche Nielsen-Sinfonien bereits in beispielhafter Weise auf CD eingespielt.

Die Empfindungen des Komponisten

Im zweiten Konzertteill stand Felix Mendelssohn Bartholdys "Schottische" Sinfonie auf dem Programm - ein Werk, das Mendelssohn 1829 während seiner ersten von insgesamt zehn Englandreisen zu komponieren begann, jedoch erst 1841/1842 (lange nach der "Italienischen" und der "Reformations-Sinfonie") fertig stellte. Dass in dem Werk die Empfindungen des Komponisten angesichts der von ihm stets als "ernst", "sonderbar" und "seltsam" beschriebenen schottischen Landschaft eine große Rolle spielen, ist belegt. So schrieb Mendelssohn etwa nach der Besichtigung von Stirling Castle, in dessen Kapelle einst Maria Stuart gekrönt worden war, an die Familie nach Berlin: "Der Kapelle fehlte nun das Dach. Gras und Efeu wachsen viel darin, und am zerbrochenen Altar wurde Maria zur Königin von Schottland gekrönt. Es ist da alles zerbrochen, morsch, und der heitere Himmel scheint hinein. Ich glaube, ich habe heut' da den Anfang meiner Schottischen Sinfonie gefunden." Dass Robert Schumann Mendelssohns "Schottische" versehentlich als dessen "Italienische" Sinfonie hörte und beschrieb (er berichtet unter anderem von "alten im schönen Italien gesungenen Melodien"), gehört zu den Kuriositäten der Musikgeschichte.

Dieses Thema im Programm:

NDR Elbphilharmonie Orchester | 10.12.2007 | 20:05 Uhr

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