Stand: 07.02.2008 16:00 Uhr

"Herzog Blaubarts Burg"

Konzerttemine:
Freitag, 8. Februar 2008, 20.00 Uhr, Laeiszhalle, Hamburg

Sendetermin:
Montag, 3. März 2008, 20.05 Uhr, NDR Kultur

Klangräume der Seele

Béla Bartók (1881-1945) © Leemage
Béla Bartók (1881-1945)

"Dieses Werk", schrieb Zoltán Kodály über Béla Bartóks einzige Oper "Herzog Blaubarts Burg", "ist ein Meisterstück, eine komprimierte Tragödie, ein musikalischer Vulkan, der sechzig Minuten lang ausbricht und uns mit nur einem Wunsch zurücklässt: das Ganze noch einmal zu hören." Dass der seinerzeit 30-jährige Bartók in seiner vielfarbig instrumentierten, hochdramatischen Komposition bewusst die wichtigsten Konventionen des Musiktheaters ignoriert hatte, störte Kodály nicht: "Nur unbelehrbare Pedanten können immer wieder die Frage stellen, ob es sich hier wirklich um eine Oper handele. Nennt es doch eine "szenische Sinfonie" oder ein "Drama, begleitet von einer Sinfonie". Jedenfalls ist es unmöglich, die Musik vom Drama zu trennen". Tatsächlich handelt es sich bei dieser Oper um ein Seelendrama. Sie setzt die psychologische Konfrontation zwischen Blaubart und Judith musikalisch brillant in Szene. Die eigentliche Handlung spielt nicht auf der Opernbühne, sondern in den subtilen Klängen des Orchesters.

Christoph von Dohnányi leitet die konzertante Aufführung und das Sonderkonzert des NDR Sinfonieorchesters. Es singt Yvonne Naef (Judith), eine der gefragtesten Mezzosopranistinnen der Gegenwart. Als Blaubart präsentiert sich der international renommierte Bariton Matthias Goerne, der für seine tiefgründigen Interpretationen bekannt ist.

"Tempora mutantur"

Im Rahmen des Sonderkonzertes erklingt außerdem die selten zu hörende Sinfonie Nr. 64 A-Dur von Joseph Haydn. Es handelt sich um einen geradezu exzentrisch wirkenden langsamen Satz, in dem die Musik wie in einem Traum zeitlupenhaft hinter einem dichten Vorhang gespielt zu werden scheint. Diese Spielweise hat zu der nicht belegbaren These geführt, es handele sich um einen Ausschnitt aus der angeblich von Haydn komponierten Bühnenmusik zu Shakespeares "Hamlet". Der Satz, so vermutete man weiter, gehe auf einen zentralen Ausspruch Hamlets zurück: "Die Zeit ist aus den Fugen; Fluch der Pein / Muss ich sie herzustell'n geboren sein!" Diese Aussage würde auch das rätselhafte Motto "Tempora mutantur" erklären.

Für das Konzert sind noch wenige Restkarten erhältlich.

Dieses Thema im Programm:

NDR Elbphilharmonie Orchester | 03.03.2008 | 20:05 Uhr

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