Stand: 17.09.2018 10:00 Uhr

Konzert "Für ein friedliches Miteinander"

Sie setzten ein musikalisches Zeichen: Unter der Leitung von Herbert Blomstedt gaben die beiden größten sächsischen Sinfonieorchester, das Gewandhausorchester Leipzig und die Sächsische Staatskapelle Dresden, am 15. September ein gemeinsames Konzert aus Sorge um die gesellschaftlichen Entwicklungen - als Zeichen gegen zunehmende Intoleranz und Aggression gegenüber anders aussehenden oder anders denkenden Menschen, für ein friedvolles und tolerantes Miteinander in unserem Land. Auf dem Programm standen Beethovens Egmont-Ouvertüre und Berlioz' Symphonie fantastique.

Internationalität und Austausch als Basis für Kreativität

In beiden Orchestern wirken Musiker aus mehr als 20 Nationen im respekt- und achtungsvollen Miteinander. Ihre Arbeit lebt von Internationalität und Austausch – nur auf einer solchen Basis kann sich Kreativität überhaupt erst entfalten und künstlerische Qualität entstehen. Die beiden traditionsreichen Klangkörper ihrerseits dürfen als führende Kultureinrichtungen Sachsens mit internationaler Strahlkraft auf der ganzen Welt zu Gast sein und Gäste aus aller Welt in ihren Häusern empfangen.

Unsere Kollegen senden ein starkes Zeichen für Solidarität, Toleranz und eine weltoffene Gesellschaft. Dafür sind wir dankbar und unterstützen die Aktion von ganzem Herzen. Bravi!! Der Orchestervorstand des NDR Elbphilharmonie Orchesters

Ansprache von Herbert Blomstedt

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Herbert Blomstedt in Aktion. Der große schwedische Dirigent feierte 2017 seinen 90. Geburtstag.

Als hochgeschätzter Ehrendirigent sowohl des Gewandhausorchesters Leipzig als auch der Sächsische Staatskapelle Dresden wandte sich Herbert Blomstedt in diesem Konzert in einer Ansprache an das Publikum. Neben seinen herausragenden künstlerischen Verdiensten steht er als Persönlichkeit für gesellschaftliche Werte wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und ein offenes Miteinander. Vorab erzählte er schon in einem Interview mit dem MDR: "Ich war jetzt lange im Ausland, aber ich habe täglich in den Zeitungen verfolgt, was in Chemnitz passiert ist, und das beunruhigt mich enorm. Das Düstere ist: Das dominiert jetzt das Bild von Deutschland. Aber Deutschland ist ein Kulturland, besonders Sachsen. Das wollen wir mit diesem Konzert auch nachdrücklich sagen."

Eine Kooperation von MDR, ARTE Concert und der ARD Kulturradios

MDR KULTUR und die ARD-Kulturradios übertrugen das Konzert gemeinsam live. Das Konzert war in Kooperation mit ARTE Concert als Video-Livestream unter mdr-kultur.de, den Online-Plattformen der ARD-Sender, auf der Online-Plattform ARTE Concert concert.arte.tv sowie in den sozialen Netzwerken in Bild und Ton erlebbar und ist noch bis zum 14. Oktober abrufbar.

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