Stand: 04.10.2018 00:59 Uhr

U2 feiern in Hamburg eine Party für Europa

von Kristina Bischoff/ Marilena Dahlmann

Treibende Beats von Larry Mullen Jr., Adam Claytons fetter Bass, effektvolle Gitarrensounds von The Edge und Bonos hymnischer Gesang - U2 haben ihren eigenen, unverwechselbaren Sound geprägt und setzen als Live-Band weltweit Maßstäbe. Auch in Hamburg hat die Band ihre Fans mehr als begeistert.

Mit ihrer "Experience + Innocence"- Tour knüpfen U2 dort an, wo sie 2015 mit der "Innocence + Experience"-Tour in den Arenen aufgehört hatten. Die Tournee begleitet die Veröffentlichung ihres 14. Studioalbums "Songs of Experience". Wie bei jeder Tour haben U2 sich bei der Bühnentechnik nochmal übertroffen, eine 360-Grad-Bühne und eine hochauflösende LED-Leinwand machen das Konzert auch in der letzten Reihe noch zum Erlebnis. Der Sound ließ aber immer mal wieder zu wünschen übrig, wie Fans berichteten.

Der Sänger von U2, Bono, steht in schwarzem Hemd auf einer Bühne und singt in ein Mikrofon.

U2 nach drei Jahrzehnten wieder in Hamburg

Hamburg Journal -

Seit 33 Jahren hatten U2 nicht mehr in Hamburg gespielt. Gestern feierte die Band vor 16.000 Fans ihre Rückkehr. Die anfänglichen Ton-Probleme waren schnell verziehen.

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Das Warm-up

Die Halle ist bis unters Dach gefüllt. Knapp 14.000 Menschen aus ganz Europa sind gekommen, um eine der größten Rockbands der Welt zu sehen. Das Aufheizen übernehmen die Fans selbst, denn während die vier Künstler auf sich warten lassen, machen sich die Fans schon mal mit La-Ola-Wellen warm. Mittendrin: die große Bühne. Sie sieht vor ihrem Einsatz eher aus wie eine unbegrünte Schallschutzwand an einer Bahnstrecke. Hier verläuft sie längs durch die Saalmitte, schwarz, halbtransparent und doppelwandig verdeckt sie den Steg, den die Band von der festen Bühne aus erreichen kann. Und dann geht es los:

Musik und Botschaft in einem: Das ist U2

Kriegsbilder aus Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg – hinterher auch aus Hamburg, Paris... Am Ende geht es um ganz Europa. Politische Botschaften hallen durch die Arena. Und dann ist die unbegrünte Schallschutzwand nicht mehr unbegrünt: In ihr stehen U2 und die über 14.000 Fans begrüßen sie mit großem Freudengeschrei. Eine beeindruckende Lichtshow, die am Ende aus einer Draufsicht auf Hamburg vom 3. Oktober 2018 besteht. Bono steht beim zweiten Song wie auf einem gigantischen Laserschwert. Larry, Adam und The Edge haben sich auf die karge Seite der Bühne zurück gezogen.

Dann schaltet die Band in den nächsten Gang

U2 Setlist in Hamburg

  • The Blackout
  • Lights Of Home
  • I Will Follow
  • Red Flag Day
  • Beautiful Day
  • Zoo Station
  • Stay
  • Wild Horses
  • Elevation
  • Vertigo
  • Ever Better Than The Real Thing
  • Acrobat
  • You're The Best Thing
  • Summer Of Love
  • Pride
  • Get Out Of Your Own Way
  • New Years Day
  • City Of Blinding Lights
  • One
  • Love Is Bigger Than Anything In Its Way
  • There Is a Light

Die Sache mit der Musik solle sich nie nach Arbeit anfühlen, so Bono, während er auf einer kleinen Bühne auf der rechten Seite steht, auf der zuerst der Mond leuchtet und sich die Deko schließlich in eine Sonne verändert. Und Bono zu "Sommer Of Love" nur von Gitarrist The Edge begleitet über seinen "Sommer der Liebe" singt. Während auf der Leinwand Bilder von Geflüchteten in Schlauchbooten und zerstörten Häusern auftauchen, abgewechselt von Nazi-Aufmärschen in Chemnitz, fragt Bono, ob man nicht für die guten Menschen in Chemnitz singen könne. Und stimmt seine Hymne für Martin Luther King an – Pride.

Tag der Deutschen Einheit

Dieses Konzert am 3. Oktober ist für die Band ein besonderes. Sie gratulieren dem Publikum zum Einheitstag und erklären, dass sie sich freuen, an so einem besonderen Feiertag in Hamburg spielen zu dürfen. Voller Symbolik macht Bono aus dem Song "New Year's Day" den "European Unity Day" - hinter ihm zieht sich eine gigantische europäische Flagge Richtung Hallendecke, die dann zu "Freude schöner Götterfunken" abgesenkt wird. Manchem war das aber auch ein bisschen zu viel Message.

Wenn Musik zur Botschaft wird

U2 haben Bilder gezeigt, wie sie auch in den letzten Jahren häufig im Fernsehen zu sehen waren - das war sehr eindrucksvoll. Sätze wie: "Armut ist sexistisch" oder "keiner von uns ist gleich, bis wir alle gleich sind" prägen das Konzert. U2 gehört zu den einflussreichsten Bands überhaupt. Auch 2018 haben sie für jede Generation eine Message.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 03.10.2018 | 23:45 Uhr