Schwerin: 89-Jähriger fährt über Treppen gegen eine Hauswand

Stand: 12.10.2021 14:47 Uhr

In der Schweriner Innenstadt hat am Montagmittag ein 89-jähriger Fahrer die Kontrolle über sein Auto verloren. Er fuhr über eine Treppenanlage in der Moritz-Wiggers-Straße und prallte gegen eine Hauswand.

Ersthelfer konnten den Schweriner Autofahrer und seine 86-jährige Beifahrerin sofort aus dem Fahrzeug holen. Beide sind nach ersten Angaben der Rettungswagen-Besatzung leicht verletzt und wurden zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Fahrer hatte die Kontrolle verloren

Der Autofahrer fuhr über eine Treppenanlage gegen eine Hauswand. © ndr.de Foto: Andreas Lußky
Der Autofahrer fuhr über eine Treppenanlage gegen eine Hauswand.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der 89-Jährige aus der Moritz-Wiggers-Straße in Richtung Wismarsche Straße unterwegs. Aus bisher ungeklärter Ursache verlor er die Kontrolle über sein Auto, kollidierte mit einem weiteren Fahrzeug, überquerte die Wismarsche Straße und fuhr über eine Treppenanlage gegen eine Hauswand. Ein Abschleppdienst musste das Fahrzeug bergen. Der geschätzte Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 25.000 Euro.

Können Fahrtauglichkeitstests solch Unfälle verhindern?

86 Prozent der Bevölkerung haben sich Anfang Oktober in einer Umfrage dafür ausgesprochen, dass es ab einem bestimmten Alter eine Fahrtüchtigkeitsprüfung geben sollte. Vom Verkehrsgerichtstag in Goslar gab es dazu bisher nur eine Empfehlung. In anderen Ländern wie Japan, Großbritannien oder Norwegen ist diese verpflichtende Prüfung schon längst Praxis. Statistiken zeigen aber auch, dass dadurch der Anteil an Senioren bei Unfällen nicht gesunken ist. Die Zahlen für Deutschland zeigen, dass Senioren lediglich an 12 Prozent aller Unfälle beteiligt sind. Allerdings sind für ein Drittel aller tödlichen Unfälle Senioren verantwortlich.

Ältere auf dem Land sind oft abhängig vom Auto

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern gibt es aber auch eine absolute Abhängigkeit vom Auto – ältere Menschen in ländlichen Gegenden haben mitunter gar keine andere Wahl, als sich ins Auto zu setzen, so Christian Hieff vom ADAC Hansa bei NDR MV Live. „Diese Abhängigkeiten muss man dann brechen, wenn man nicht möchte, dass hochbetagte Menschen auch gegen ihren eigenen Willen sich hinter das Steuer klemmen. Weil es ist nicht so, dass alle uneinsichtig sind, sondern es ist auch teilweise so, dass sich Senioren auch mit einem unsicheren Gefühl hinter das Steuer setzen, weil sie sonst ihren Alltag nicht bewältigen bekommen.“ Hieff appelliert deshalb, sich ab einem bestimmten Alter nicht nur selbst ehrlich zu reflektieren, sondern auch vom Umfeld immer wieder Rat zu holen. Und dieser sollte dann möglichst nicht aus der Familie kommen, sondern von einem Arzt oder einem Fahrlehrer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.10.2021 | 16:00 Uhr

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