Stand: 17.03.2016 18:18 Uhr

Diebes-Schreck: Neue Alarmanlage auf der CeBIT

von Jürgen Jenauer

Wie kann man Einbrechern das Einsteigen ins heimische Wohnzimmer gründlich vermiesen? Eine Alarmanlage ist ein guter Anfang. Auf der IT-Messe CeBIT wird in diesem Jahr ein besonderer Einbruchschutz vorgestellt: Alarmtab. Sobald einer der zahlreichen, vernetzten Sensoren im Haus feststellt, dass ein Einbrecher eingedrungen ist, schlägt das Gerät Alarm. Dieser wird noch unbemerkt vom Eindringling per SMS, E-Mail und Anruf an den Hausbesitzer weitergeleitet. Das ist allerdings nur die erste Stufe. Danach "führt" Alarmtab den Eindringling durch Geräusche, das Abspielen eines Videos und ferngesteuerte Lautsprecher direkt zur Zentraleinheit des Geräts, die aussieht wie ein Tablet. Die Idee: Während der Dieb die Quelle des Geräusches sucht, hat er keine Zeit, sich umzusehen und Münzsammlung und Silberbesteck einzupacken. Stattdessen wird er direkt zu dem offenbar wertvollen Tablet geführt.

Nerven der Diebe sollen blankliegen

Die Hersteller hoffen, dass der Dieb mit großer Wahrscheinlichkeit das Gerät einpackt - und damit startet die dritte Stufe: die Vertreibung aus dem Haus. Zu der besonderen Alarmanlage gehören auch über mehrere Räume verteilte Lautsprecher, aus denen Hundegebell, eine Sirene und eine männliche Stimme tönt, die mit der Polizei droht. Nach Ansicht der Hersteller dürften bei den meisten Einbrechern zu diesem Zeitpunkt längst die Nerven blank liegen. "Wir erhöhen den psychischen Druck auf den Dieb Stufe für Stufe", sagt der Sprecher der Entwicklungsfirma, Carsten Gehrmann. "Und dann sorgen wir auch noch dafür, dass er gefasst wird." Denn selbst wenn der Einbrecher fluchtartig das Haus verlässt, ist das Gerät noch lange nicht mit ihm fertig.

Anlage verschickt Standortdaten

Während sich der Einbrecher im Haus zu schaffen macht, schießt die Alarmanlage Fotos vom Eindringling, die dann auf einen sicheren Server geschickt werden. Auch Umgebungsgeräusche, zum Beispiel Unterhaltungen zwischen zwei oder mehreren Einbrechern, werden aufgezeichnet und archiviert. Hat der Dieb es schließlich geschafft, seine Beute nach Hause zu bringen, dürfte er bald Besuch von der Polizei bekommen, denn sobald das Gerät eine Verbindung zu einem WLAN-Netzwerk bekommt, schickt es die Daten seines Standorts direkt an den Bestohlenen und führt die Polizei zum Täter. Dass dennoch etwas gestohlen werde, könne nicht verhindert werden, sagt Gehrmann. Aber die Messeneuheit solle dann zumindest gleich Täter und Tatablauf mitliefern.

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Hallo Niedersachsen | 17.03.2016 | 19:30 Uhr

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