Stand: 07.07.2016 15:13 Uhr  | Archiv

Evil Twins: Betrug mit gefälschten WLAN-Spots

von Franz Fanter
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Das Smartphone gehört eigentlich schon zum Urlaub wie das Handtuch und die Badehose. Doch es lauern auch Gefahren in der fremden Netzwerkumgebung.

Endlich Urlaub und ab geht‘s mit dem Flieger gen Süden. Am Urlaubsort angekommen schnell der Familie und Freunden im verregneten Deutschland per WhatsApp die ersten Bilder schicken, damit prahlen, wie schön das Wetter ist und natürlich schreiben, dass man gut angekommen ist. Da kann schon mal eine nicht unbeträchtliche Datenmenge zusammenkommen, die - sobald ausschließlich das Mobilfunknetz genutzt wird - ganz schön ins Geld gehen kann. Was liegt da näher, als die örtlichen WLAN-Hotspots in Hotels, Restaurants und Flughäfen zu nutzen? Dann noch schnell E-Mails und Kontostand checken und den Facebook-Status aktualisieren. Doch Vorsicht, jeder Hotspot kann eine Falle sein.

Cyberkriminelle lesen mit

Auch wenn das Hotel einen sicheren WLAN-Hotspot anbietet, ist das mit dem Tablet oder Smartphone gefundene Drahtlosnetzwerk vielleicht nicht das, was es vorgibt zu sein. Vielleicht handelt es sich um einen sogenannten Evil Twin, einen Bösen Zwilling. Das sind die Klone von seriösen WLAN-Netzen. Sie senden die identische Kennung aus und tragen somit auch denselben Namen. Evil Twins ermöglichen es Cyberkriminellen, private oder auch dienstliche Daten der Netzwerknutzer auszuspähen.

Betrüger nutzen auch soziale Netzwerke

Zwillingsnetzwerke können Kriminellen relativ einfach alle Daten zu Verfügung stellen, die sie benötigen, um beispielsweise in fremdem Namen im Internet einzukaufen - ein Fallbeispiel: Ein Internetbösewicht ist durch ein Zwillingsnetzwerk an das E-Mail-Passwort eines Nutzers gelangt. Nun möchte er auf einer Verkaufsplattform zulasten des Opfers shoppen. Das Passwort zum Shoppingportal ist dem Betrüger allerdings nicht bekannt. Er gibt - wie bei Onlineshops gemeinhin üblich - die E-Mail-Adresse als Benutzernamen ein und geht anschließend auf den Button "Passwort vergessen".

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Lückenhafte Sicherheitseinstellungen in sozialen Netzwerken können den Tätern Betrügereien erleichtern.

Nun wird dem Cyberbösewicht eine Sicherheitsfrage gestellt - zum Beispiel diese: "Wie lautet der Mädchenname Ihrer Mutter?" Eine Information, an die der Betrüger durchaus gelangen kann, indem er das Facebook-Profil seines Opfers durchforstet. Er könnte somit die Sicherheitsfrage beantworten und schon wird von der Verkaufsplattform ein Link an die E-Mail-Adresse geschickt, mit dessen Hilfe der Betrüger ein neues Passwort beim Online-Shop setzen kann. Die Kontodaten des Betrugsopfers sind oft noch im Online-Shop gespeichert und die Lieferadresse kann der Täter einfach abändern. Er wird die neue Anschrift für gewöhnlich wieder über einen Link, der ebenfalls per E-Mail verschickt wird, bestätigen können. Jetzt ist es geschafft und der Betrüger kann nach Lust und Laune auf Kosten des ahnungslosen Internetnutzers auf Shoppingtour gehen.

Wie kann man Evil Twins erkennen und sich schützen?

Ottonormalverbraucher kann das Klonnetzwerk nicht als ein solches identifizieren. Darum sollte man in öffentlichen Drahtlosnetzwerken sicherheitsrelevante Internetseiten prinzipiell nicht aufrufen: Online-Shopping, -Banking und E-Mail-Konten gehören genauso zu diesen sensiblen Bereichen wie auch soziale Netzwerke. Einfaches Surfen hingegen ist unbedenklich. Empfehlenswert ist es, schon vor dem Urlaub die passenden Auslands-Datenpakete beim Mobilfunkanbieter zu buchen. Die Kosten bleiben auf diese Weise überschaubar, man ist unabhängiger und das Beste: Man kann die Urlaubseindrücke direkt vom Strand in die Heimat funken.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Frühaufsteher | 12.07.2016 | 05:00 Uhr

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