Stand: 10.08.2015 15:49 Uhr  - NDR Info  | Archiv

Facebook: Hass oder Brüste - was ist schlimmer?

von Kathrin Schmid, NDR Info, und Hanna Grimm, NDR.de

Ein Journalist zeigt, wie Facebook auf gemeldete Inhalte reagiert. Profi-Gamer werden in Zukunft auf Doping getestet. Und Experten kritisieren die Datensammel-Wut von Windows 10: Die NDR Netzwelt kompakt.

Aktion gegen Hass-Kommentare bei Facebook

Hass gegen Flüchtlinge im Netz: Besonders bei Facebook schreiben Nutzer teilweise übelste Kommentare. Der WDR-Reporter Stefan Domke meldet Facebook regelmäßig solche Hass-Kommentare und Aufrufe zur Gewalt. Doch gelöscht wurde nichts. Das Netzwerk kam fast ausnahmslos zu dem Schluss: "Verstößt nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards". Das änderte sich, als er nackte Brüste veröffentlichte. Sofort löschte Facebook den Post. Nippel verstoßen nämlich gegen die "Gemeinschaftsstandards" des sozialen Netzwerks. Für Domke macht das klar, welche Haltung Facebook gegenüber Hass-Kommentaren einnimmt. "Verantwortungslosigkeit ist das Hauptproblem. Jemand der auf seiner Plattform duldet, dass sich Menschen so äußern, dass sie zu Gewalt gegen Mitmenschen aufrufen, der macht sich mitschuldig", sagte der Journalist. Er fordert jetzt, dass Facebook seinen Standpunkt überdenkt und in Zukunft mehr Hass-Kommentare löscht.

Doping: Tests für Profi-Gamer

Konzentriert spielen und das über Stunden: Auf Games-Turnieren sind Höchstleistungen gefragt. Um besser zocken zu können, greifen einige Gamer auch zu Doping. Das soll jetzt strenger kontrolliert werden. Schließlich geht es um hohe Preisgelder. Ausgelöst hatte die Diskussion ein Interview mit dem Counter-Strike-Spieler Koy "Semphis" Friesen. Er gab ganz offen zu, dass er und seine Kollegen während eines Turniers alle auf Adderall waren. Das ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Es wird bei ADHS oder Konzentrationsschwächen eingesetzt. Die Folge der Äußerung von Semphis: Schon Ende August gibt es bei einem großen Counterstrike-Turnier in Köln die ersten Dopingtests bei Gamern.

Interview
Link

"Wir waren alle Adderall"

Der Counter-Strike-Spieler Koy "Semphis" Friesen gibt in einem Interview zu: Er und seine Kollegen waren während eines Turniers alle auf Adderall. extern

Windows 10 sammelt persönliche Daten

Windows 10 ist neu auf dem Markt und Microsoft bietet es kostenlos zum Download an. Doch Kritiker warnen vor der Datensammelwut des Unternehmens. Besonders in der Kritik steht die digitale Assistentin Cortana. Damit sie zuverlässig als persönliche Assistentin arbeiten kann, muss sie viel über ihren Nutzer wissen. Zum Beispiel kann sie nur Hinweise auf Zugverspätungen geben, wenn sie weiß, wohin man vermutlich demnächst aufbrechen wird. Auch andere Funktionen, wie das Hochladen von Musik und Fotos in der Cloud, sehen Experten kritisch. Immerhin: Welche Daten Microsoft haben will und zu welchen Zwecken sie verwendet werden, steht ganz offen in Microsofts Datenschutzbestimmungen. Und welche Daten Cortana sammeln darf, kann man ihr sogar persönlich sagen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 10.08.2015 | 15:38 Uhr

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