NDR Info Nachrichten vom 06.07.2019:

Rechtsextreme Todeslisten offenbar umfangreicher

Schwerin: Die Aktivitäten des rechtsextremistischen Netzwerks "Nordkreuz" sind offenbar umfangreicher gewesen als bisher bekannt. Laut "Redaktionsnetzwerk Deutschland" geht die Bundesanwaltschaft davon aus, dass das Netzwerk bundesweit fast 25.000 Namen und Adressen von politischen Gegnern gesammelt hat. Zunächst war man davon ausgegangen, die Rechtsextremisten aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hätten Personendaten aus ihren jeweiligen Regionen auf sogenannten "Todeslisten" zusammengetragen. Nach Einschätzung von Ermittlern plante das Netzwerk, politische Gegner gezielt zu töten. Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit August 2017 gegen Mitglieder des Netzwerks wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Straftat.| 06.07.2019 07:15 Uhr

Weiteres Flüchtlingsschiff steuert Lampedusa an

Rom: Ungeachtet des Widerstands der italienischen Regierung hat ein weiteres deutsches Rettungsschiff Kurs auf die Mittelmeerinsel Lampedusa genommen. Die "Alan Kurdi" hat nach Angaben der Hilfsorganisation "Sea Eye" 65 Flüchtlinge an Bord, die vor Libyen von einem Schlauchboot gerettet wurden. Italiens Innenminister Salvini lehnt es ab, das Schiff anlegen zu lassen. Die Organisation erklärte, man werde sich nicht einschüchtern lassen. In mehr als 80 deutschen Städten sind heute Demonstrationen für die zivile Seenotrettung im Mittelmeer und sichere Fluchtwege geplant. Dabei soll auch der Einsatz der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete gewürdigt werden. Nachdem sie mit dem Flüchtlingsschiff und 40 Menschen an Bord ohne Erlaubnis in den Hafen von Lampedusa eingelaufen war, muss sie sich in Italien vor Gericht verantworten.| 06.07.2019 07:15 Uhr

Lambrecht hält Enteignungen für denkbar

Berlin: Bundesjustizministerin Lambrecht hält Enteignungen privater Wohnungsunternehmen unter bestimmten Bedingungen für denkbar. In den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" verwies die SPD-Politikerin auf das Grundgesetz, in dem Enteignungen verankert sind. Sie könnten das letzte Mittel sein, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, um die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern, so Lambrecht. In Berlin fordert eine Bürgerinitiative, Immobilienkonzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen in der Bundeshauptstadt zu vergesellschaften. Sie hat ein entsprechendes Volksbegehren auf den Weg gebracht.| 06.07.2019 07:15 Uhr