NDR Info Nachrichten vom 08.06.2019:

Fall Lübcke: Polizei bestätigt Ingewahrsamnahme

Kassel: Die Polizei hat bestätigt, dass sich im Fall des erschossenen Regierungspräsidenten Lübcke eine Person in Gewahrsam befindet. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher der Sonderkommission zunächst nicht. Laut "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll der fragliche junge Mann in einer privaten Beziehung zu Lübcke gestanden haben. Er sei bereits ausgiebig vernommen worden. Die Ermittler seien über private Daten des Getöteten wie Handyverbindungen auf seine Spur gekommen. Lübcke war vor einer Woche erschossen auf seiner Terrasse in Wolfhagen-Istha entdeckt worden. Sein Tod war in sozialen Netzwerken teils hämisch kommentiert worden. Bundespräsident Steinmeier nahm das zum Anlass, diesen Umgangston zu kritisieren.| 08.06.2019 23:00 Uhr

Zweifel am Fortbestand der GroKo

Berlin: In der Union und bei den Sozialdemokraten mehren sich offenbar die Zweifel, ob die Große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode Bestand hat. Brandenburgs CDU-Chef Senftleben hält nach eigenen Worten ein Ende des Bündnisses noch in diesem Jahr für wahrscheinlich. Dem Deutschlandfunk sagte Senftleben, die Beteiligten würden feststellen, dass es so nicht weitergehen könne. Berlin befinde sich ständig im Krisenmodus. Zweifel am Fortbestand der Großen Koalition äußerte auch Bundestags-Vizepräsident Oppermann. Das Bündnis aus Union und SPD habe nur noch dann eine Chance, wenn es rasch Ergebnisse liefere. Es sei völlig offen, ob Deutschland an Weihnachten noch von der GroKo regiert werde, sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel".| 08.06.2019 23:00 Uhr

Kretschmer will weiter Ende der Russland-Sanktionen

Dresden: Sachsens Regierungschef Kretschmer hat seine Forderung nach einem Ende der Wirtschaftssanktionen gegen Russland verteidigt. Kretschmer betonte, der Ukraine- Konflikt müsse befriedet werden. Jeden Tag stürben Menschen. Aber auch die Sanktionen müssten so schnell wie möglich enden. Wer sich mit erhobenem Zeigefinger zu Wort melde, solle zur Kenntnis nehmen, dass es in den neuen Bundesländern eine eigene Meinung zu dieser Frage gebe. Zuvor war Kretschmer auch kritisiert worden, weil er Präsident Putin nach Dresden eingeladen hatte. CDU-Chefin Kramp- Karrenbauer widersprach zudem seiner Forderung zu den Sanktionen. Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Ischinger, empfahl Kretschmer wörtlich, sich außenpolitisch besser beraten zu lassen. Er schade sonst deutschen Interessen.| 08.06.2019 23:00 Uhr