NDR Info Nachrichten vom 02.04.2019:

Kein Schmerzensgeld wegen Künstlicher Ernährung

Karlsruhe: Ein Arzt muss wegen der künstlichen Ernährung eines Patienten kein Schmerzensgeld zahlen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und ein anderslautendes Urteil der Vorinstanz aufgehoben. In dem Fall ging es um einen demenzkranken Mann, der jahrelang durch eine Magensonde künstlich ernährt worden war. Sein Sohn hatte den behandelnden Arzt auf Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagt. Er sah das Leiden seines Vaters unnötig verlängert. Der BGH urteilte nun, Ärzte müssten grundsätzlich nicht mit Geld haften, wenn sie einen Patienten länger als medizinisch sinnvoll am Leben erhalten. Es verbiete sich generell, ein Weiterleben als Schaden anzusehen.| 02.04.2019 11:15 Uhr

EU warnt Großbritannien wegen Brexit-Chaos

Brüssel: Die Europäische Union verliert angesichts des andauernden Streits über den Austritt Großbritanniens zusehends die Geduld. Der Brexit-Koordinator des EU-Parlaments, Verhofstadt, schrieb auf Twitter, London habe morgen die letzte Chance, um doch noch aus der Sackgasse zu entkommen. Ansonsten drohe der Abgrund. Das britische Unterhaus will morgen erneut darüber beraten, ob es doch noch eine Mehrheit für einen Vorschlag gibt. Möglich ist auch, dass Premierministerin May den von ihr ausgehandelten Brexit-Vertrag ein viertes Mal zur Abstimmung stellt. Gestern hatten sich die Abgeordneten erneut nicht auf eine Alternative zu dem May-Abkommen geeinigt. Sie lehnten alle vier Vorschläge ab, darunter ein Verbleib des Landes in der Zollunion und ein zweites Brexit-Referendum. Findet London keine Lösung, droht am 12. April ein EU-Austritt ohne Abkommen.| 02.04.2019 11:15 Uhr

NOZ: Mehr als 800 Angriffe auf Moscheen

Berlin: Die deutschen Sicherheitsbehörden haben im vergangenen Jahr mehr als 800 Angriffe auf Muslime und Moscheen registriert. Das sind etwa 150 weniger als 2017, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet. Allerdings wurden mehr Menschen verletzt, die Zahl stieg von 32 auf 54. Die Zeitung beruft sich auf Daten des Bundesinnenministeriums. In fast allen Fällen werden Rechtsextremisten als Täter vermutet. Die Linksfraktion hatte die Zahlen angefragt. Innenexpertin Jelpke sagte, sie gehe von einer hohen Dunkelziffer aus. Der Zentralrat der Muslime forderte, einen Beauftragten gegen Muslimfeindlichkeit einzusetzen.| 02.04.2019 11:15 Uhr

Aufsicht verlangt von Boeing Nachbesserungen

Washington: Das Flugverbot für die Boeing-Maschinen des Typs 737 Max wird offenbar noch längere Zeit gelten. Die US-Luftfahrtbehörde verlangte von dem Flugzeugbauer Nachbesserungen am vergangene Woche vorgelegten Softwareupdate. Boeing teilte mit, man werde das neue Paket in den kommenden Wochen vorstellen. Die Software soll eine entscheidende Rolle bei den Abstürzen von zwei baugleichen Maschinen in Indonesien und Äthiopien gespielt haben. 346 Menschen kamen dabei ums Leben. Seitdem dürfen Flugzeuge dieses Typs nicht mehr starten.| 02.04.2019 11:15 Uhr