NDR Info Nachrichten vom 08.11.2019:

Enercon will 3.000 Stellen streichen

Aurich: Der Windkraftanlagen-Hersteller Enercon hat einen weiteren Stellenabbau angekündigt. Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen insgesamt etwa 3.000 Arbeitsplätze wegfallen. Enercon-Geschäftsführer Kettwig sagte in Aurich, auch bei Produktionspartnern, Zulieferern und Zeitarbeitsfirmen sei in der Folge mit Einschnitten zu rechnen. Zur Begründung verwies er auf die Energiepolitik der Bundesregierung, die zu einem Einbruch des Markts für Windenergie an Land geführt habe. Nach Vorlage des Klimaschutzpakets der Großen Koalition werde klar, dass sich die Probleme für die Branche sogar noch vergrößerten. Der Bundesverband Windenergie sprach angesichts des Stellenabbaus bei Enercon von einem letzten Weckruf an die Politik. Niedersachsens Ministerpräsident Weil forderte schnelle Verbesserungen für die Branche. Dabei gehe es neben Tausenden Arbeitsplätzen auch um die Glaubwürdigkeit der Klimaschutzpolitik insgesamt. Enercon hat große Standorte in Aurich und Magdeburg.| 08.11.2019 19:15 Uhr

Bundesrat: Kritik am Klimapaket

Berlin: Das Klimapaket der Bundesregierung ist sowohl im Bundesrat als auch im Bundestag auf massive Kritik gestoßen. In einer Stellungnahme drängte die Mehrheit der Länder darauf, die Pläne umfassend zu überarbeiten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann kündigte an, seine Partei wolle in der Ländervertretung Nachbesserungen zumindest an zustimmungspflichtigen Teilen des Vorhabens erreichen. Er kritisierte insbesondere die von der großen Koalition geplante CO2-Bepreisung durch den nationalen Emissionshandel als zu schwach. Im Bundestag wurden massive Zweifel laut, ob die Pläne von Union und SPD für einen nationalen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr verfassungsgemäß sind.| 08.11.2019 19:15 Uhr

Brinkhaus: Wir haben Fehler gemacht

Berlin: Unionsfraktionschef Brinkhaus hat eingeräumt, dass bei der deutschen Einheit Fehler gemacht worden sind. Der CDU-Politiker sagte im Bundestag, man habe viel über Geld gesprochen, aber nicht über die Menschen in Ostdeutschland. Diese hätten sich komplett neu erfinden müssen. SPD-Fraktionschef Mützenich würdigte den Beitrag Polens, Ungarns, der USA und Russlands zur Deutschen Einheit. FDP-Generalsekretärin Teuteberg erinnerte an Jubel, Erleichterung und die unglaubliche Freude über die Freiheit. Der Linken-Abgeordnete Gysi appellierte an die Bundesregierung, 30 Jahre nach dem Mauerfall Löhne und Renten in Ost und West anzugleichen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt erklärte, als Teilnehmerin der friedlichen Proteste, habe sie gelernt, sich nicht von Angst leiten zu lassen. Für Empörung sorgte der AfD-Abgeordnete Chrupalla. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende sprach in seiner Rede von einem - so wörtlich - "antideutschen Trennwall", der das Land erneut teile.| 08.11.2019 19:15 Uhr