Stand: 01.11.2007 16:27 Uhr  - NDR 90,3  | Archiv

Die politischen Stationen von Ronald Schill

Einige Jahre lang hat Ronald Schill die Hamburger Landespolitik mitbestimmt. Vom umstrittenen Amtsrichter stieg er bis zum Innensenator empor. Keine zwei Jahre später folgt der Absturz. Eine Chronologie:

Ronald Schill, Ole von Beust © dpa - Bildarchiv Foto: Sören Stache
Ronald Schill, Ole von Beust

31. Oktober 2001: Der als "Richter Gnadenlos" bekannt gewordene Schill erreicht mit seiner "Partei Rechtsstaatlicher Offensive" bei Wahlen in Hamburg 19,4 Prozent und wird unter Bürgermeister Ole von Beust (CDU) Innensenator.

4. Januar 2002: "Der Spiegel" spekuliert, die Schill unterstehende Polizei verschone die "Schickeria" bei Drogenrazzien. Später behauptet das ARD-Magazin "Panorama", der Freund exklusiver Partys konsumiere Kokain. Schill legt einen Haartest vor, der negativ ist.

29. August 2002: In einer Bundestagsdebatte über Folgen der Flutkatastrophe bringt der Senator die Finanznöte des Bundes mit Ausgaben für Flüchtlinge in Zusammenhang. Bundestagspräsidentin Anke Fuchs (SPD) schaltet das Mikrofon ab. Schill erklärt, im Bundestag werde die Verfassung mit Füßen getreten.

6. Dezember 2002: Während der Innenministerkonferenz schlägt Schill vor, das bei dem Geiseldrama in einem Moskauer Musical-Theater von der Polizei eingesetzte Gas auch in Deutschland anzuwenden. Bei der Aktion in Moskau starben 130 Geiseln am Gas.

19. August 2003: Beust entlässt Schill. Der Innensenator soll ihm im Streit um die Entlassung von Innenstaatsrat Walter Wellinghausen gedroht haben, er werde Beusts angebliches Liebesverhältnis zu Justizsenator Roger Kusch (CDU) publik machen.

9. Dezember 2003: Ole von Beust erklärt die Koalition aus CDU, Schill-Partei und FDP wegen "ständig eskalierender Provokationen" Schills für gescheitert.

Herbst 2004: Schill verlässt Deutschland mit unbekanntem Ziel. Er wird wiederholt am Strand von Rio de Janeiro gesehen.

Dezember 2006: Die Hamburger Polizei schreibt Schill zur Aufenthaltsermittlung aus. Der Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft zu Missständen in einem Heim für junge Straftäter will den Ex-Senator seit Monaten vernehmen, kann ihm aber mangels Adresse keine Vorladung zustellen.

18. Oktober 2007: Schill taucht überraschend wieder in Deutschland auf. Er beantragt in Itzehoe (Schleswig-Holstein) einen Reisepass und erklärt, vor dem Ausschuss aussagen zu wollen.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 18.10.2007 | 16:00 Uhr

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