Stand: 20.11.2018 16:38 Uhr

Von wegen gerecht - Männer und Frauen im Rundfunk

von Inga Mathwig und Nils Altland

"Nun sag, wie hast du’s mit der Quote?": Die Medienfrauen von "ProQuote" haben dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk die Gretchenfrage gestellt. Und untersucht, wie viele Frauen in journalistischen Führungspositionen sind und wie sich die redaktionellen Geschlechterverhältnisse in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Denn nach wie vor sind wir weit entfernt von einer Gleichstellung der Geschlechter in den deutschen Medienhäusern.

Lupe fokussiert eine rote Frauenfigur neben schwarzen Strichmännchen. © Fotolia.com Foto: yanlev

Von wegen gerecht - Männer und Frauen im Rundfunk

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Wie steht es um Gleichstellung in deutschen Medienhäusern? "ProQuote" hat untersucht, wie viele Frauen beim öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk in Führungspositionen sind. Uns ist ein Fehler unterlaufen: In der Grafik (ab 0:30) wird der durchschnittliche Anteil männlicher Volontäre im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit 31 Prozent angegeben. Tatsächlich liegt er bei 41 Prozent.

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22.11.2018 13:56 Uhr

Uns ist ein Fehler unterlaufen: In der Grafik (ab 0:30) wird der durchschnittliche Anteil männlicher Volontäre im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit 31 Prozent angegeben. Tatsächlich liegt er bei 41 Prozent.

Wie steht es um Gleichstellung in deutschen Medienhäusern?

Das Ergebnis des Medien Monitorings: Frauen machen regelmäßig knapp die Hälfte der Gesamtbelegschaft aus, der Nachwuchs im journalistischen Bereich – also Volontäre und Volontärinnen - ist hauptsächlich weiblich. Doch in den Führungsetagen sieht es anders aus. Beim Öffentlich-Rechtlichen sind beispielsweise von zwölf Intendanten nur zwei weiblich. Und die beiden großen Mediengruppen RTL und ProSiebenSat.1 Media weisen das Instrument der Genderquote entschieden zurück.

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Welchen Anteil haben Frauen an der publizistischen Macht in Deutschland?

"ProQuote" hat eine Studie zur Geschlechterverteilung in journalistischen Führungspositionen erstellt. Download (3 MB)

Es gibt positive Entwicklungen: Beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) beispielsweise betrug 2017 der Frauenanteil in den ersten drei Führungsebenen 48,2 Prozent. Damit erreicht der RBB unter allen neun Landesrundfunkanstalten den mit Abstand höchsten Wert. Sicherlich  nicht zuletzt darum, weil Patricia Schlesinger seit Mitte 2016 Intendantin ist, liegt der weibliche Anteil im journalistisch-programmverantwortlichen Bereich noch höher: In den ersten vier Hierarchieebenen kommen Frauen auf einen Gesamtanteil von 54,1 Prozent.

Der private Rundfunk stellte deutlich weniger Daten zur Verfügung, doch laut ProQuote ließen sich für RTL und ProSiebenSat.1 einige grundsätzliche Aussagen treffen: Auch hier gäbe es in den Belegschaften wie auch beim journalistischen Nachwuchs jeweils mehr Frauen als Männer. In den Führungsetagen drehe sich dieses Verhältnis, im Top-Management sei man noch weit von einer Ausgewogenheit entfernt.

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Marlis Fertmann, ehemalige Leiterin Fernsehen im Landesfunkhaus Niedersachsen: "Man kann Frauen nicht vorwerfen, dass sie immer noch unterrepräsentiert sind. Das liegt aus meiner Sicht an den Männerbünden, die sich gegenseitig im Prinzip vorschlagen. Es liegt auf der anderen Seite daran, dass die Selbstverpflichtung, die Unternehmen sich gegeben haben in den vergangenen Jahren, nicht gezogen hat. Und insofern: da hilft nur Druck. Punkt. Es geht nicht anders, wir brauchen eine Quote. Und wir brauchen eine 50 Prozent-Quote. Im Grundgesetz steht: Männer und Frauen sind gleichberechtigt."

Initiative und Engagement fordert Sonia Mikich, ehemalige WDR-Chefredakteurin Fernsehen: "Auffallen, hier schreien, think big. Das ist auch ein Rat, den ich Frauen geben würde. Und vor allem: geht Risiken ein. Gut, dann scheitert es halt. Aber wer keine Risiken eingeht, der kann dann auch nichts gewinnen. Es wird nichts geschenkt."

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