Stand: 26.06.2019 17:17 Uhr

Uwe Steimles Antwortschreiben an ZAPP

Der Kabarettist Uwe Steimle provoziert oft mit seinen Aussagen. Aktuell irritiert er mit einem T-Shirt, das mit einem NS-Slogan spielt. Die Absicht dahinter erklärt er ZAPP in seinem Antwortschreiben.

Sehr geehrte Frau Mitzkat,

Bei Satire gilt: Wer sich getroffen fühlt, ist gemeint. Und wenn jemand sagt: „Das geht gar nicht.“ , da beginnt erst die Freiheit, vor allem die Kunstfreiheit! (Werner Finck). Gedankenfreiheit ist die Hauptschlagader der Demokratie. Wird sie beschädigt, droht der Infarkt.

Ein Satiriker muss sich nicht erklären. Die Aussage auf dem Niggi (T-Shirt), dass Freunde einem Kraft bringen, ist eigentlich eindeutig, oder nicht? Wer etwas anderes dahinein interpretieren möchte ... was hat der vor?

Nun eine Erklärung als Mensch, wenn der Satiriker nicht verstanden wird.

Mein Anliegen war, aus einem belasteten Spruch etwas Neues – Positives zu schaffen. Rechte Sprüche wollte ich aufbrechen. Durch die Hinzunahme nur eines Buchstabens erziele ich eine völlig neue Aussage. Rechte Gesinnung lehne ich ab. Wenn man es genau nimmt, wollte ich aus einem rechten Spruch einen linken machen.

Brückenbauer wollte ich sein, nicht Sprengpionier.

Zu meinem Interview in der „Jungen Freiheit“ gibt es bereit eine offizielle Stellungnahme aus dem letzten Jahr von mir. Daraus zitiere ich gern noch einmal:

Ich teile und befürworte rechtes Gedankengut nicht ... sollte ich in irgendeiner Form missverstanden worden sein, bedauere ich dies außerordentlich. Satire muss ätzen können, muss provozieren dürfen, muss an die Grenzen gehen können, ohne dass der Künstler Zensur befürchten muss.

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Steimle

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 26.06.2019 | 23:20 Uhr