Stand: 21.08.2019 16:00 Uhr

Ostwalz: Jungjournalist auf Redaktionstour

von Leonie Puscher
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Jungjournalist Paul Hildebrandt will wissen, wie die Ostdeutschen fühlen und denken. Um das zu erkunden, hat er sich sieben Wochen auf "Ostwalz" begeben.

Der Blick von Westdeutschland nach Ostdeutschland ist nicht neu. Viele Journalisten aus den alten Bundesländern sind seit den 90er Jahren durch die neuen Länder gereist und haben darüber geschrieben. Jetzt hat sich ein junger Journalist aus Niedersachsen aufgemacht, um Menschen, vor allem aber auch Redaktionen in Ostdeutschland kennenzulernen. Paul Hildebrandt hat sich auf die "Ostwalz" begeben.

Paul Hildebrandt

Ostwalz: Jungjournalist auf Redaktionstour

ZAPP -

Was bewegt die Menschen in Ostdeutschland? Paul Hildebrandt aus Niedersachsen wollte es wissen, reiste dafür sieben Wochen durch den Osten - eine Aussage prägte sich bei ihm ein.

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Eine Reise durch Ostdeutschland - gesteuert vom Zufall

"Ostwalz" nennt er seine Reise, da er seine Geschichten dem Zufall überlässt: Morgens weiß er häufig nicht, wo am Abend landet. Er trampt und bleibt dort, wo Mitfahrgelegenheiten ihn einladen zu bleiben, zu recherchieren und über den Alltag zu berichten. Paul Hildebrandt lebt inzwischen in Berlin und hat gerade die Journalistenschule verlassen. Er ist freier Journalist und neugierig.

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Die Themen in Ost- und Westdeutschland sind gar nicht so verschieden, so ein Fazit von Hildebrandt.

Schon im Vorwege seiner Reise machte er über soziale Medien und auf seinem Blog auf die "Ostwalz" aufmerksam. Redaktionen in Ostdeutschland fanden das interessant und luden ihn zu sich ein, zum Beispiel die "Freie Presse" in Zwickau. Heike Hampl ist die Regionalchefin. Sie kam einst aus Bayern hierher: "Wir wollen Pauls Perspektive kennenlernen (...) und wir wollen den Leserinnen und Lesern seine Perspektive anbieten." Und sein Bild sieht Paul von Ort zu Ort immer klarer: Der so oft beschriebene Bruch zwischen neuen und alten Bundesländern sei gar nicht so groß.

Unterschiede zwischen Ost und West oft hochstilisiert

Der Eindruck des Jungjournalisten: Die Unterschiede seien nicht so drastisch wie das Gefühl der Menschen. "Das finde ich ganz spannend, weil ich glaube, dass es nicht nur darum geht, was wirklich fehlt. Es geht eher darum, was die Leute verloren zu haben glauben", sagt Paul den ZAPP-Autoren, die ihn vier Tage begleitet haben.

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Viola Martin arbeitet für die "Freie Presse" in Zwickau. Der Bruch zwischen Ost und West wird ihrer Meinung nach hochstilisiert, erklärt sie im Gespräch mit ZAPP.

Dabei ist allen das Gespräch mit Viola Martin in Erinnerung geblieben. Sie hat schon in DDR-Zeiten für die Zeitung in Zwickau gearbeitet: "Ich denke, es wird oft hochstilisiert, dieser Bruch zwischen Ost und West. (...) Es gibt diesen Unterschied genauso zwischen Nord und Süd. Ich denke, wir sind oft den Franken näher von der Mentalität als den Mecklenburgern."

Paul hat seine Reise mittlerweile beendet. Sein Fazit: Mit Zeit und Zuhören wird klar, dass die Themen in Ost- und Westdeutschland gar nicht so verschieden sind, wie viele meinen. Eine sehr persönliche Bilanz dreißig Jahre nach dem Mauerfall.

Weitere Informationen
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Ostwalz - Der Blog

Der Journalist Paul Hildebrandt ist durch Ostdeutschland gereist, um zu schauen, was die Menschen dort bewegt. Gibt es noch Unterschiede zum Westen? Im Blog stehen seine Berichte. extern

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 21.08.2019 | 22:50 Uhr