Stand: 20.07.2020 10:00 Uhr

Hongkong: Presse- und Meinungsfreiheit gibt es nicht mehr

von Tamara Anthony

Eine freie und offene Gesellschaft sei am 1. Juli 2020 quasi über Nacht zum Autoritarismus übergegangen. So beschreibt der Chefredakteur der Hongkong Free Press, Tom Grundy, die neue Situation der Pressefreiheit: Das "Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit Hongkongs" schränkt die Presse drastisch ein und setzt die Kontrolle der Berichterstattung durch. Aber nicht nur das: Kontaktdaten von Informanten sind jetzt nicht mehr sicher. Grundy befürchtet sogar, dass Kommentatoren und Kolumnisten nicht mehr schreiben werden. "Einige", so erzählt er im Interview mit ZAPP, "haben schon gesagt, dass sie nicht mehr mit Politik zu tun haben wollen."

Hongkong: Presse- und Meinungsfreiheit gibt es nicht mehr

ZAPP -

Das "Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit Hongkongs" schränkt die Presse ein und setzt die Kontrolle der Berichterstattung durch. Kontaktdaten von Informanten sind nicht mehr sicher.

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ZAPP berichtete im November 2019

Im November vergangenen Jahres hatte ZAPP den Journalisten Sam Choi bei der Berichterstattung von den Massenprotesten in Hongkong begleitet. Ein mutiger Reporter, der die Ereignisse live streamte und damit schonungslos die Gewalt der Polizei zeigte. Die Staatsmacht bezichtigte ihn und andere kritische Reporter, Fake-News zu verbreiten. Choi ließ sich davon nicht einschüchtern und machte weiter. Die Live-Berichterstattung wurde in gewisser Hinsicht auch zu seinem Schutz. Jetzt macht er sich Sorgen um seine Daten. Er hat angefangen, Recherchen und sensible Informationen sofort zu löschen.  

 

Verunsicherte Journalisten: Angst in Hongkong

ZAPP -

In Hongkong eskalieren die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Wer als Journalist berichtet, gerät schnell selbst ins Visier der Sicherheitskräfte.

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Hongkong-Journalisten haben es schwerer als internationale Kollegen. Aber allen ergeht es gleich: Die Pressefreiheit ist in Hongkong Geschichte. Nicht auszuschließen, dass viele Berichterstatter deshalb die Sonderverwaltungszone verlassen. Dieser Begriff hat jetzt eine neue Konnotation.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 27.11.2019 | 23:20 Uhr