Stand: 13.03.2018 16:18 Uhr

Giegold fordert öffentlich-rechtliche Plattform zu EU-Politik

von Daniel Bouhs

In der Debatte um den künftigen Auftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio fordert Grünen-Politiker Sven Giegold eine öffentlich-rechtliche Plattform speziell für die EU-Berichterstattung. "Ich fände es gut, wenn wir eine Art 'Airbus-Projekt' für die europäische Öffentlichkeit hätten, also einen öffentlich-rechtlichen Sender und Internetkanal für eine kritische Europaberichterstattung", sagte der Europaabgeordnete dem NDR-Medienmagazin ZAPP. Für solch eine Plattform könnten Journalisten aus ganz Europa gemeinsam recherchieren. "Das könnten wir auch mit einem Teil der Rundfunkbeiträge finanzieren."

Grünen-Europapolitiker Sven Giegold im NDR-Interview

Giegold: "Mehr europäische Kontroversen zeigen"

ZAPP -

Der Europaabgeordnete Sven Giegold (Grüne) fordert im ZAPP Interview einen Europakanal und kritisiert, dass die Gesetzgebung in Brüssel viel zu selten Thema ist.

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Der Europaabgeordnete kritisiert ein "krasses Missverhältnis" zwischen der Bedeutung, die EU-Entscheidungen für die Bürger hätten, und der Präsenz der Medien. "Schauen Sie sich große Medien an wie die 'Süddeutsche Zeitung' oder den 'Spiegel'. Die haben zwei, drei Leute in Brüssel. In München oder respektive in Hamburg und Berlin stehen ganze Türme von Journalisten. Das passt nicht zusammen", so Giegold. Wenn Medien aus Brüssel berichteten, ignorierten sie oft die Kontroversen zwischen Parteien – anders als etwa bei Berichten aus Berlin.

"Das ist ein Funktionsverlust an Demokratie, weil die Bürgerinnen und Bürger bei der Europawahl nicht wissen, wofür die Parteien in den letzten fünf Jahren im Parlament gestritten haben", meint Giegold. Der Grünen-Politiker fordert, Medien sollten "europäische Kontroversen interessant machen", ergänzt aber: "Es ist auch unsere Pflicht als Politiker, mehr aktiv zu informieren und mehr Kontroverse zu bieten, damit das Ganze interessanter wird."

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