Stand: 27.09.2019 16:10 Uhr

"Flensburger Tageblatt"-Mitarbeiter wehrt sich erfolgreich gegen Verlag

von Timo Robben
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Carlo Jolly arbeitete bis zur Versetzung seit 28 Jahren beim "Flensburger Tageblatt", seit 26 Jahren berichtete er aus der Stadt selbst.

Im Sommer 2018 sorgte die Zwangsversetzung von drei Redakteuren des "Flensburger Tageblatts" für Aufsehen - und zwar weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der SHZ-Verlag hatte drei langjährige Mitarbeiter der Flensburger Stadtredaktion in die Regionalbüros Husum, Niebüll und Schleswig versetzt, gegen ihren erklärten Willen und sehr plötzlich. Der Lokaljournalist Carlo Jolly ließ sich das nicht gefallen und zog vor Gericht - mit Erfolg.

Bereits im Januar 2019 hatte das Arbeitsgericht die Versetzung für unwirksam erklärt. Der Verlag legte jedoch Berufung ein - und zog diese jetzt kurz vor Verkündung des Urteils im Berufungsverfahren zurück. Um eine weitere Niederlage zu verhindern? "Wir freuen uns für den Kollegen Carlo Jolly, dass er nach nunmehr über einem Jahr höchstrichterlich bestätigt bekommen hat, was immer offensichtlich war: Seine Entfernung aus der Flensburger Lokalredaktion grenzte an einen Akt der Willkür, die wechselnden und konstruierten Begründungen sprachen für sich", so der DJV-Landesvorsitzende Arnold Petersen in einer Pressemitteilung.

Auf Sieg vor Gericht folgte Kündigung

Happy end? Noch nicht, denn nach der damaligen Niederlage im ersten Verfahren um die Versetzung setzte der Verlag noch eins drauf und kündigte seinem Journalisten "aus verhaltensbedingten Gründen". Zu diesen Gründen gehörte angeblich auch, dass Carlo Jolly sich bei ZAPP mit Unverständnis über seine Zwangsversetzung geäußert hatte. Für den DJV ein Unding: "Der sh:z hat sich verrannt. Er sollte das endgültige Scheitern der Versetzung zum Anlass nehmen, auch die Kündigung vom Tisch zu nehmen", sagt Arnold Petersen. "Der Verlag will offenbar Carlo Jolly den Wirbel in die Schuhe schieben, den er selbst entfachte."

Mit einem Urteil des Arbeitsgerichts wird am 11. Dezember gerechnet. Weitere Informationen über den Fall gibt's in unserem Beitrag vom Oktober 2018.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 24.10.2018 | 23:20 Uhr