Stand: 13.11.2019 10:30 Uhr

Buzzard: Plattform für Meinungsbildung

von Barbara Bessler

Die Gründer von "The Buzzard" haben sich viel vorgenommen: Sie wollen dazu beitragen die aufgeregte Debatten(un)kultur in Deutschland zu versachlichen. Dazu haben Dario Nassal und Felix Friedrich eine App entwickelt, die zu den unterschiedlichsten Themen versucht das ganze Meinungsspektrum abzubilden. Die Menschen aus ihrer Filterblase, aus ihrem Algorithmus, der ihnen immer nur das anzeigt, dem sie sowieso zustimmen, herausholen, das ist das Ziel.

Darstellung der Buzzard-App. © NDR

Buzzard: Plattform für Meinungsbildung

ZAPP -

Die App "Buzzard" soll versuchen, Menschen aus ihrer Filterblase, aus ihrem Algorithmus herauszuholen. Das Ziel: Nicht immer nur das lesen, was einem ohnehin gefällt.

3 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

"Bei der neuen Buzzard App ist vor allem sehr spannend, dass wir eine Tagesedition haben und zu den Top Themen des Tages einen Gesamtüberblick anbieten können: In sehr kurzer Zeit von unterschiedlichen Medien mitzubekommen, was tatsächlich über ein bestimmtes Thema gesagt wird. Und auf der anderen Seite gibt es eben diese Debatten, große aktuelle Themen, die in dem Nachrichtengeschehen häufig untergehen, die von diesen Newshypes häufig überdeckt, überlagert werden", erklärt Felix Friedrich, einer der Gründer von "The Buzzard".

Das gesamte - seriöse - Meinungsspektrum

Bild vergrößern
Haben sich viel vorgenommen: Dario Nassal und Felix Friedrich.

Dafür haben die jungen Leipziger Journalisten eine Datenbank mit den unterschiedlichsten Quellen aufgebaut, von gängigen Zeitungen weltweit, Magazinen, bis zu verschiedensten Webseiten und Blogs, vom politisch linken bis zum rechten Spektrum. Es geht um Argumente, um Austausch und dann - so der Wunsch - auch um Debatten. "Bei der Auswahl der Artikel, die wir in der Redaktion und mit unseren Nutzern gemeinsam aussuchen, geht es letzten Endes um Argumente, das heißt, wenn Meinungsbeiträge geteilt werden, in denen nur emotionale Parolen vorkommen, aber keine argumentative Struktur vorzufinden ist, mit Belegen und Begründungen, dann passen diese Artikel nicht auf unsere Plattform. Das heißt aber auch, wenn es aber auch mal eine linkere extreme Position oder auch eine rechtere Position, vielleicht auch eine populistische, die allerdings begründet ist und mit Belegen, dann ist es glaube ich wichtig, die auch von "The Buzzard" abzudecken", so Friedrich.

Prominente Unterstützer

Für diese Ideen bekommen sie breiten Zuspruch. Richard Gutjahr unterstützt die Gründer genauso wie ZDF-Brüssel-Korrespondent Stefan Leifert oder Maria Exner, Vize-Chefredakteurin von ZEIT online. Zurzeit touren die Gründer durch Deutschland, um Geld zu sammeln für ihre Idee. Denn noch gibt es die Buzzard App nicht. Per Crowdfunding sollen 250.000 Euro zusammenkommen. Doch zumindest der Abend in Hamburg verläuft nur schleppend. Nur wenige sind gekommen - und das sind jene, die eh für so ein Projekt und für die Idee Meinungsvielfalt zu fördern offen sind. Doch die Gründer halten an ihrer Idee fest: Im März kommenden Jahres soll ihre neue App an den Start gehen.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 13.11.2019 | 23:20 Uhr