Stand: 28.06.2017 19:37 Uhr

Aufgeschlossen? Die neue PR der Deutschen Bank

von Daniel Bouhs

Klagen, Vergleiche, Kurseinbrüche: Die Deutsche Bank – einst das stolze Finanzhaus der Republik – hat in den vergangenen Jahren gelitten wie kaum ein anderer deutscher Konzern. Inzwischen agiert ein neuer Vorstand, der viel verändern will – auch die Kommunikation. "Es gibt ja schon die Wahrnehmung, dass nicht ausreichend klar ist, was Banken eigentlich machen und was ist in den schwierigen Zeiten eigentlich schiefgegangen ist", sagt Karl von Rohr, seit bald zwei Jahren Teil des Vorstandes, gegenüber ZAPP. "Unsere Intention ist, das besser zu erklären."

Die Deutsche Bank in Frankfurt/Main.

Aufgeschlossen? Die neue PR der Deutschen Bank

ZAPP -

Die Deutsche Bank hat gleich zwei TV-Projekten Einblick in das Innere des Bankhauses gewährt. Mit offener Kommunikation will die Bank ihr ramponiertes Image aufbessern.

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Die Deutsche Bank hat Journalisten gleich für zwei Dokumentationen deutlich Einblick gewährt. Sowohl das ZDF also auch ein Team des Hessischen Rundfunks haben in dem über Jahrzehnte weitgehend verschlossenen Haus diverse Vorstandsmitglieder interviewen und auch im Innenleben der Bank drehen können. Von Rohr hat sich auch auf einer Reise begleiten lassen.

"Es ging nicht mehr anders"

"Die Deutsche Bank war in einer Situation wo es nicht mehr anders ging", sagt ZDF-Autor Dirk Laabs. Er hat einen kritischen Film über die Deutsche Bank erst ohne sie und dann einen mit ihr gemacht. "Medienstrategisch ist das schlau, dass man sagt: 'Okay, wir nehmen – wie es auch im Sport heißt – den Leuten Zeit von der Uhr. Wenn wir vor der Kamera sitzen, können sie nicht mit unseren Kritikern reden – ganz simpel.'"

Bemerkenswerter Umgang mit TV-Projekten in der Bank

Laabs war in den Dreharbeiten davon überrascht worden, dass er doch in der Bank drehen und mit Managern reden konnte. Er findet den neuen Umgang nicht zuletzt mit TV-Projekten bemerkenswert, sagt aber zu kritischen Themen auch: "Man muss nachfragen. Immer wieder nachfragen. Ich habe einem Vorstandsmitglied fünfmal dieselbe Frage gestellt. Das ist natürlich immer noch ein Kampf."

Alle Wünsche wurden nicht erfüllt

Ingo Nathusius vom Hessischen Rundfunk berichtet zudem, dass er keine Manager beim Aufzugfahren drehen durfte – damit sie nicht eingesetzt werden, falls es mit der Bank erneut abwärts gehen sollte. Außerdem habe die Bank ihm dann doch nicht alle Wünsche erfüllt. "Das war ein dauernder Verhandlungsprozess, der auch nicht immer völlig konfliktfrei lief – bei Gott nicht."

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 28.06.2017 | 23:20 Uhr