Stand: 16.07.2017 11:15 Uhr Archiv

"Bloß nicht das Ladekabel vergessen"

ARD-Korrespondent Dieter Krause © WDR/Herby Sachs Foto: Herby Sachs
Rolf-Dieter Krause war Leiter des ARD-Europastudios in Brüssel.

Rolf-Dieter Krause leitete bis 2016 das Europastudio in Brüssel, das größte Auslandsstudio der ARD. Das Studio wurde 1961 eingerichtet. Zu den Berichtsgebieten gehören neben Belgien auch die Niederlande und Luxemburg. Von dort kommt auch das "Europamagazin". Zu seiner Zeit als Korrespondent in Brüssel haben wir mit Rolf-Dieter Krause über seine Wahlheimat Belgien und seine Arbeit als Korrespondent gesprochen.
Auf Twitter können Sie Rolf-Dieter Krause folgen unter: @rdk_bxl.

Herr Krause, was hat Sie bis jetzt in Ihrer Korrespondenten-Wahlheimat am meisten beeindruckt?

Rolf-Dieter Krause: Die Lust der Belgier an gutem Essen, und die Internationalität Brüssels, die ständig den eigenen Horizont erweitert.

Was hat Sie am meisten schockiert?

Krause: Nichts wirklich, aber ein bisschen: Die Ignoranz mancher EU-Beamter, die kein Bild mehr davon haben (wollen), wie normale Menschen leben. Und die weitgehende Abwesenheit staatsbürgerlichen Bewusstseins bei vielen Belgiern.

Video-Porträt
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4 Min

ARD Studio Brüssel

Die Korrespondenten berichten über EU und NATO, und neben Belgien auch über Luxemburg und die Niederlande. Direkt aus Brüssel kommen das Europamagazin und der Bericht aus Brüssel. 4 Min

Welche Geschichte wollen Sie unbedingt in Ihrer Zeit als Korrespondent erzählen?

Krause: Keine bestimmte: Ich wollte helfen zu verstehen, warum die EU manchmal so ist, wie sie ist.

Was ist die größte Herausforderung für die Zusammenarbeit mit den Redaktionen in Deutschland?

Krause: Es gibt keine. Es gibt ein natürliches Spannungsverhältnis zwischen Zentralredaktionen und "uns draußen", und dieses Spannungsverhältnis ist produktiv.

Was haben Sie bei jeder Drehreise dabei?

Krause: Zahnbürste, und seit einigen Jahren auch: Handy. Und nicht das Ladekabel vergessen!!!!

Was war bisher die größte Panne, die Ihnen widerfahren ist?

Krause: Keine, an die ich mich erinnern könnte. Ich habe in der Eurokrise mal live von "Mark" gesprochen, um 5.30 Uhr nach durcharbeiteter Nacht. Na ja....

Mussten Sie aus Höflichkeit bei einer Drehreise schon mal Merkwürdiges essen oder trinken?

Krause: Ach, eher aus Neugier als aus Höflichkeit. Und dann war's meistens sehr lecker.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Stadt, in der das Studio liegt?

Krause: Die Wochenmärkte. Pralles, buntes Leben!

Wie sieht für Sie ein perfekter Sonntag aus?

Krause: Das Europamagazin kommt live aus Brüssel, hat 40 Prozent Quote und ändert den Lauf der Politik ;-) Passiert natürlich nie. Nein: Zum einem perfekten Sonntag gehört vor allem Sonne (deswegen ist er in Brüssel nicht immer perfekt).

Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?

Krause: Deutsches Brot, deutsches Bier. Gottlob leicht importierbar. Und, ehrlich gesagt, wirklich funktionierende Behörden. Leider gar nicht importierbar....

 

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