Stand: 09.12.2016 10:30 Uhr  | Archiv

"Plötzlich war der Kameramann verschwunden"

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Daniel Hechler ist Leiter des ARD Studios in Genf. Im Vergleich zu anderen Korrespondenten ist sein Berichtsgebiet zwar relativ klein - die Themenvielfalt aber sehr groß.

Daniel Hechler leitete von 2011 bis 2016 das ARD Studio in Genf. Von der Schönheit der Alpen und Extremsportarten über Volksentscheide und Steuerschlupflöcher bis hin zu UNO und FIFA: Das Berichtsgebiet ist zwar sehr klein, die Themenpalette jedoch umso größer. Rund 200 internationale Organisationen haben ihren Sitz in Genf. In der Metropolregion rund um den Genfer See leben knapp 500.000 Menschen und so trifft man auf bunte afrikanische Trachten ebenso wie auf den obligatorischen dunklen Diplomatenzwirn. Als Korrespondent erzählte Hechler aber auch Geschichten über skurrile Traditionen in der Schweiz und die Animositäten zwischen Deutschen und Eidgenossen.
Auf Twitter können Sie Daniel Hechler folgen unter: @ardgenf.

Was hat Sie bis jetzt in Ihrer Korrespondenten-Wahlheimat am meisten beeindruckt?

Daniel Hechler: Die Schönheit von Alpen und Seen, die Ruhe, Schläue und Sturheit, mit der
die Eidgenossen ihre Ziele verfolgen.

Video
02:12

ARD Studio Genf

Das Studio hat seinen Sitz im UNO-Gebäude. Unsere Korrespondenten berichten von dort über Menschenrechte und Steuerhinterziehung, aber auch über Extremsportarten wie Klippenspringen oder Free Style Skiing. Video (02:12 min)

Was hat Sie am meisten schockiert?

Hechler: Dass die Schweizer bei aller Sachlichkeit in Volksentscheiden gelegentlich auch eine Schwäche für allzu populistische Parolen offenbaren.

Welche Geschichte wollen Sie unbedingt in Ihrer Zeit als Korrespondent erzählen?

Hechler: Es ist nicht die eine Geschichte, sondern die ganze Bandbreite von Geschichten, die ich in der Schweiz jeden Tag erlebe und erzählen möchte: Vom Alphornbläser über Schwarzgeldmachenschaften, das Higgs-Teilchen, die Atomverhandlungen, Ebola, die fünfbeinige Kuh, der blonde Bär, die Angst vor Masseneinwanderung, Heli-Skiing.

Was ist die größte Herausforderung für die Zusammenarbeit mit den Redaktionen in Deutschland?

Hechler: Tolle Geschichten so anbieten, dass sie Lust machen, verständlich sind und auch zwischen "hard News" ihren Sendeplatz finden.

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Außer Kamera und Mikrofon hat Hechler auf Drehreisen auch immer die drei großen N dabei: Notebook, Netzstecker und Notizbuch.

Was haben Sie bei jeder Drehreise dabei?

Hechler: Mindestens meinen Rucksack mit Notebook, Netzstecker, Notizbuch, Zahnbürste, Deo und Stifte in allen Farben.

Was war bisher die größte Panne, die Ihnen widerfahren ist?

Hechler: Außenminister Steinmeier fährt vor zum Interview und mein Kameramann ist
verschwunden und hat sein Handy ausgeschaltet. Er kam dann in letzter
Sekunde aber doch noch.

Mussten Sie aus Höflichkeit bei einer Drehreise schon mal Merkwürdiges essen oder trinken?

Hechler: Nichts, was mir nicht geschmeckt hätte. Die Schweizer machen es einem da
leicht.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Genf?

Hechler: Bain de Paquis, ein wunderschönes Bad am Genfer See mit traumhaftem Blick
und erschwinglichem Essen.

Wie sieht für Sie ein perfekter Sonntag aus?

Hechler: Sport, Sonne, Spazierengehen an der frischen Luft, in Ruhe ein paar Zeitungen und vielleicht das eine oder andere Buch lesen.

Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?  

Hechler: Grüne Soße und Apfelwein.

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