Unsere Geschichte

Meine Jugend auf den Open-Air Festivals

Samstag, 23. Juli 2022, 12:00 bis 12:45 Uhr

Die Anspannung ist überall zu spüren. Nach zwei Tagen Dauerregen und Windstärke 9 macht sich Ernüchterung breit. Doch dann reißt der Himmel auf, die Sonne scheint und er kommt auf die Bühne, mit 17 Stunden Verspätung: Jimi Hendrix. Gitarren-Legende und seit Woodstock 1969 die Verkörperung der Flower-Power-Bewegung. Es sollte der letzte große Festival-Auftritt vor seinem Tod werden.

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Jimi Hendrix auf der Bühne des "Love + Peace"-Festivals auf Fehmarn 1970. © picture-alliance / dpa Foto: Dieter Klar

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Love & Peace-Festival kein zweites Woodstock

Jimi Hendrix auf der Bühne des Love & Peace Festivals auf Fehmarn 1970. © picture alliance/Dieter Klar/dpa Foto: Dieter Klar
Als Jimi Hendrix endlich die Bühne betrat, scheinte sogar wieder die Sonne.

Das war vor über 50 Jahren. Das Love & Peace Festival 1970 auf der Ostseeinsel Fehmarn war Deutschlands erstes Open-Air-Konzert, es versank in Schlamm, Prügeleien und Schutt und Asche. Der Traum von einem norddeutschen Woodstock zerplatzte.

Beim Hurricane wird nichts dem Zufall überlassen

Bis zu 73.000 Popfans kommen jedes Jahr im Juni zum Hurricane-Festival in das kleine Heidedorf Scheeßel. Zwar sind die Ticketpreise im Laufe der Jahre gestiegen, dafür wird das Angebot immer größer: drei Tage lang spielen angesagte Bands auf vier Bühnen, es gibt ein breites Gastronomie-Angebot, einen Supermarkt, gut ausgestattete Campingplätze, sogar Riesenrad und Bungee-Sprungturm. © NDR
Mehr als 70.000 Musik-Fans kommen jährlich zum Hurricane-Festival in das kleine Heidedorf Scheeßel. Allein im Corona-Jahr 2020 wurde das Event virtuell gefeiert.

Auf einem der größten Festivals in Norddeutschland heutzutage, dem Hurricane, ist zwar das Wetter immer noch unberechenbar, doch alles während der Veranstaltung ist bis ins kleinste Detail durchorganisiert. Der Veranstalter Folkert Koopmans hat das Festival von Mal zu Mal perfektioniert. Er achtet zunehmend auf Umwelt- und Naturschutz und bietet mittlerweile sogar Luxus-Camping-Unterkünfte für anspruchsvollere Festival-Besucher an. Dazu gibt es ein Riesenrad, Bungee-Sprungturm, Supermarkt, Gourmet-Essensstände. Annehmlichkeiten wie in einem Kurzurlaub.

Exklusive Bilder aus den 1970er-Jahren

Die Dokumentation zeigt die Entwicklungsgeschichte der norddeutschen Open-Air-Festivals. Alte Archiv-Aufnahmen des Fehmarn-Festivals 1970 und der beiden Scheeßeler Rockfestivals 1973 und 1977 stehen dem aktuellen Hurricane-Festival gegenüber. Der Kontrast könnte nicht deutlicher werden: Denn mit chaotischen Hippie-Verhältnissen in der Provinz in den 70ern haben die heutigen Großveranstaltungen fast nichts mehr zu tun. Nur ein bisschen Woodstock-Gefühl kommt wieder auf, wenn junge Pop-Fans mit Blumenkränzen im Haar unbeschwert zur Gitarrenmusik tanzen.

Festival-Geschichte im Norden
Wacken Open Air 1990: Beim Aufbau der Bühne legt die Crew eine Pause ein. © Wacken Open Air

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Der Schriftzug "Hurricane" in der Abenddämmerung.  Foto: Benjamin Hüllenkremer

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Autor/in
Pia Lüke
Kamera
André Bacher
Carsten Janssen
Schnitt
Markus Ortmanns
Sprecher/in
Marion von Stengel
Redaktion
Marc Brasse
Produktionsleiter/in
Bettina Wieselhuber

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Zeitgeschichte

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