Unsere Geschichte

Kinder des Krieges - Deutschland 1945

Mittwoch, 14. April 2021, 20:15 bis 21:45 Uhr

Im Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Noch leben die letzten Angehörigen der Generation, die zu jung war, um Schuld auf sich geladen zu haben, die aber alles miterlebte. Noch leben die letzten Zeitzeugen, die in Bombenkellern saßen, zum Volkssturm eingezogen wurden, mit ihren Eltern vor der näher rückenden Front flohen.

Die große Unsicherheit: Wer wird das Kriegsende erleben?

Im Mai vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Noch leben Angehörige der Generation, die den Krieg miterlebten. Noch leben die letzten Zeitzeugen, die in Bombenkellern saßen, zum Volkssturm eingezogen wurden, mit ihren Eltern vor der näher rückenden Front flohen. Das multimediale ARD-Projekt "Kinder des Krieges" erzählt das Schlüsseljahr 1945 aus der Sicht der Kinder. - Ein amerikanischer Soldat kümmert sich um einen verletzten jugendlichen NS-Soldaten. © NDR/rbb/National Archives and Record
Ein amerikanischer Soldat kümmert sich um einen verletzten jugendlichen NS-Soldaten.

Zeitzeugen des Jahres 1945 und ihre Erinnerungen stehen im Zentrum des ARD-Gemeinschaftsprojektes "Kinder des Krieges". Ihre Aussagen machen deutlich: Das allgemeine Bild vom Jahr 1945 ist rückblickend geschönt. Geschönt von der Vorstellung des nahen Kriegsendes. Geschönt von der Vorstellung, dass am 8. Mai 1945 aller Schrecken endet. Aus Sicht derjenigen, die damals Kinder waren, stellt sich das Jahr 1945 anders dar: Zwar ist das Ende des Krieges bereits im Januar 1945 absehbar, doch niemand kann sicher sein, dieses Ende auch zu erleben.

Hinrichtungen, Bombenangriffe, Vergewaltigungen

Fast alle der für diesen Film interviewten Personen haben in diesem Jahr 1945 traumatische Erfahrungen gemacht: Sie haben Hinrichtungen und Selbstmorde mitangesehen, Bombenangriffe erlebt und Vergewaltigungen ertragen. Sie drohten zu verhungern. Sie haben in Ruinen mit Blindgängern gespielt und dabei ihr Leben riskiert. Sie haben gesehen, wie ihre Eltern sich der Parteiabzeichen, der Hitler-Bilder, der Hakenkreuz-Wimpel und Fahnen entledigten. Sie wurden vorgeschickt, um die ersten alliierten Soldaten zu begrüßen, während ihre Eltern ängstlich hinter den Gardinen lauerten. Zusammen mit ihren Eltern wurden die Kinder durch die befreiten Konzentrationslager geschleust, um zu erkennen, welche Verbrechen in den Jahren des Nationalsozialismus geschehen waren.

In der Nachkriegszeit haben viele über das Erlebte geschwiegen, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Es sind die Mütter und Väter, Großmütter und Großväter der heutigen Generation.

Weitere Informationen
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Redaktion
Marc Brasse
Rolf Bergmann
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Autor/in
Jan N. Lorenzen
Regie
Jan N. Lorenzen