Unsere Geschichte

Eingeschneit und festgefroren: Als der Norden im Schnee versank

Mittwoch, 09. Januar 2019, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 10. Januar 2019, 06:35 bis 07:20 Uhr

Eingeschneit auf der Autobahn. Zum Jahreswechsel 1978/79 macht Fotograf Kai Greiser seine legendären Luftbilder. © NDR/Kai Greiser - Lizenz bis 08.01.2024, honorarfrei

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Zum Jahreswechsel 1978/79 erlebte Norddeutschland ein winterliches Drama von bislang unbekanntem Ausmaß. Menschen starben, weil sie mit ihren Autos im Schnee stecken geblieben sind. Helfer wurden von Panzern überrollt, die zur Schneeräumung eingesetzt wurden. Vieh verendete in den Ställen, weil kein Wasser und kein Futter da waren.

Ausfall von Heizungen und Strom

Hunderte Dörfer blieben für Tage komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Das Leben der Norddeutschen wurde über Nacht lahmgelegt. Kühlschränke, elektrisches Licht, Elektroherde, Heizungen: nichts funktionierte mehr. Die Bundeswehr und die Nationale Volksarmee der DDR mussten ausrücken, um die Notversorgung sicherzustellen.

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Im Winter 1978/79 lassen sich viele Dörfer nur noch mit dem Hubschrauber erreichen.

Bis heute ist dieses Ereignis im kollektiven Gedächtnis der Norddeutschen lebendig geblieben. 40 Jahre nach dem Wetterchaos rücken der NDR und Radio Bremen die Winterkatastrophe noch einmal in den Mittelpunkt.

Einige Todesopfer zu beklagen

Was war passiert? Norddeutschland erlebte am 28. Dezember 1978 einen Temperatursturz um bis zu 30 Grad. Eine Warm-Kalt-Front schob sich von Norden nach Süden, von Westen nach Osten - mit katastrophalen Auswirkungen: 17 Todesopfer und Schäden in Höhe von 140 Millionen Mark in der Bundesrepublik.

In der DDR gab es keine offiziellen Zahlen über entstandene Schäden, aber mindestens fünf Menschen starben auch hier. Die Wirtschaft hatte danach Jahrzehnte mit den Folgen des Winters 1978/79 zu kämpfen.

Unermessliche Solidarität in der Bevölkerung

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Doch nicht nur die großen und kleinen Katastrophen sind lebhaft in Erinnerung geblieben, sondern auch die unermessliche Hilfsbereitschaft und Solidarität in der Bevölkerung. Wer durch Eis und Schnee in Not geriet, bekam Hilfe von seinen Mitmenschen: ein Obdach, Lebensmittel, warme Kleidung, Decken.

Die dramatischen Bilder aus den 1970er-Jahren werden mit persönlichen Geschichten und Aufnahmen von Hobbyfilmern verstärkt. Die Filmemacher treffen auch die Menschen wieder, die zumindest vielen Älteren vom Bildschirm aus dieser Zeit vertraut sind. Aber auch jene, deren persönliches Drama eine Randnotiz in der Lokalpresse war oder die nur mit Erfindungsreichtum eine Katastrophe abwenden konnten. Und die Autoren gehen auch der Frage nach, wie der Schneewinter ihr Leben geprägt und verändert hat.

Weitere Informationen
15 Bilder

Eingeschneite Autos, zugefrorene Häfen

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Autor/in
Sven Jaax
Regie
Sven Jaax
Autor/in
Susanne Brahms
Henning Orth
David Pilgrim
Vera Vester
Redaktion
Christoph Mestmacher
Katrin Glenz
Michaela Herold
Birgit Müller
Susanne Wachhaus
Produktionsleiter/in
Bettina Wieselhuber
Sprecher/in
Volker Lechtenbrink