Unsere Geschichte - Made in Norddeutschland

Tesafilm - Von Glibbermännchen und Fischaugen

Mittwoch, 01. Juli 2020, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 02. Juli 2020, 06:35 bis 07:20 Uhr

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Die Geschichte des Klebestreifens begann mit einer Panne. In der Hamburger Apotheke von Paul Beiersdorf sollte ein selbstklebender Wundverband entwickelt werden. Doch das Pflaster klebte so stark, dass es sich nicht mehr von der Haut lösen ließ.

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Unternehmerglück durch Misserfolg: Cito sollte eigentlich ein neues Pflaster werden, aber es klebte zu stark an der Haut. So wurde Cito zum Vorläufer von Tesafilm.

Eigentlich ein Misserfolg. Doch Beiersdorf war clever: der Klebestreifen wurde einfach anders verarbeitet. Nicht Menschen mit kleinen Verletzungen sollten das Pflaster kaufen, sondern nun die Fahrradfahrer: Das Wunderding eignete sich hervorragend dazu, kaputte Reifen zu flicken.

Hauptumsatz kommt aus der Industrie

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Diesen tesa-Abroller kennt man auf der ganzen Welt. Doch das meiste Geld verdient der Hersteller mittlerweile mit Industrie-Produkten.

Was kaum jemand weiß: Heutzutage verdient das Unternehmen tesa das meiste Geld nicht mehr mit Klebe-Produkten für Privatkunden, sondern für die Industrie. Dabei profitiert die Firma von einem weltweiten Trend: Durch den Einsatz von Plastik und Kunststoffen, auch bei der Herstellung von Autoteilen und Smartphones, wird immer mehr geklebt und immer weniger verschweißt oder verschraubt.

Harter Wettbewerb in der Klebemittel-Industrie

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Aus einer solchen Rolle werden später 40.000 kleine Röllchen Tesafilm.

5.000 Mitarbeitende sind weltweit bei tesa mit Firmenzentrale in Norderstedt bei Hamburg beschäftigt. Jahresumsatz: 1,3 Milliarden Euro. Wie es zu dieser Erfolgsstory kam, mit welchen Schwierigkeiten der Konzern zu kämpfen hat, der jedes Jahr neue Produkte auf den Markt bringen muss, um im Wettbewerb der Klebemittel-Industrie zu bestehen, zeigt diese NDR Dokumentation.

Auf der Suche nach dem perfekten Klebestreifen

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Im Tesa-Werk in Offenburg wird der klassische Klebestrefen produziert. Auf großen Folienrollen wird die Klebmasse aufgetragen.

Filmemacher Manfred Uhlig verfolgt mit seinem Team eine Reihe von Mitarbeitenden des Unternehmens bei ihrem Streben nach dem immer perfekteren Klebestreifen: Lisa Ardente und Deniz Akin forschen an einem Kleber, der die Innenausstattung von Autos zusammenhalten soll. Außendienstler Matheus Zelasny will bei der Meyer Werft für die Firma einen Fuß in die Tür bekommen: Bei der Lackierung von Maschinenteilen für Kreuzfahrtschiffe sollen Rohre demnächst mit Produkten von tesa abgeklebt werden und nicht mehr mit Material der Konkurrenz.

Tüfteln am lautlosen Roller

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So sah der erste Handabroller für Tesafilm aus. Mittlerweile sind die Ansprüche gestiegen: Künftig soll das Abrollen keine Geräusche mehr verursachen.

Und im Zweigwerk Offenburg tüftelt Produktoptimierer Bernd Zapf am "klassischen" Tesafilm für den Schreibtisch, der beim Abrollen keine Geräusche macht. Dabei hat er vor allem mit zwei technischen Problemen zu kämpfen: "Glibbermännern" und "Fischaugen". Die sogenannten Glibbermänner sind kleine Gelpartikel in der Klebemasse, als "Fischaugen" bezeichnen die Profis kleine Lufteinschlüsse im fertigen Film. Die Suche nach dem perfekten Klebeband ist ein niemals endendes Geschäft.

Autor/in
Manfred Uhlig
Regie
Manfred Uhlig
Redaktion
Marc Brasse
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg