Made in Norddeutschland

Salzgitter AG - Die Stahlkocher aus Niedersachsen

Samstag, 08. Dezember 2018, 12:45 bis 13:30 Uhr

Bei höllischen Temperaturen von 1.700 Grad schießt das Roheisen aus dem Hochofen. Ein gefährlicher Moment für die Arbeiter, die in ihren silbrig glänzenden Schutzanzügen wie Astronauten aussehen. Sie wissen, dass ein falscher Schritt in die glühende Abstichrinne lebensgefährlich ist.

Bisher hält das Unternehmen der Stahlkrise stand

Bild vergrößern
Die Salzgitter AG ist einer der größten Arbeitgeber in Norddeutschland.

Noch gibt es sie, die Hochofenarbeiter in Norddeutschland. Allen Stahlkrisen zum Trotz konnte sich die Salzgitter AG als Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern behaupten. Acht Millionen Tonnen Roheisen werden hier produziert, rund 10.000 Menschen arbeiten an den Standorten Salzgitter, Peine und Ilsenburg. Die Frage ist, wie lange noch, denn der Konzern steht unter Druck: Anbieter aus Fernost und Südeuropa drängen auf den deutschen Markt.

Die Nazis gründeten das Werk 1937

Bild vergrößern
Bei der Reichswerke Hermann Göring AG, so der frühere Name des Unternehmens, mussten im Krieg Zwangsarbeiter schuften.

Gegründet wurde das Riesenstahlwerk mit dem Standort Salzgitter 1937 von Hermann Göring. Die Nationalsozialisten planten für den nächsten Krieg und wollten von Stahllieferungen aus dem Ausland unabhängig werden. Als deutsche Arbeiter in den Krieg zogen, wurden sie von ausländischen Zwangsarbeitern, später von KZ-Häftlingen, ersetzt. Mindestens 3.000 von ihnen kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen ums Leben. Nach dem Krieg sollte das Werk demontiert werden. Doch Proteste der Arbeiter und Interventionen der Politik bei den englischen Besatzern konnten die Stilllegung verhindern.

Auf den Spuren einer norddeutschen Wirtschaftsgeschichte

Bild vergrößern
Die Brüder Daniel (links) und Thomas Pichel arbeiten im Werk am Hochofen.

Mithilfe von historischen Filmen, Fotos und Zeitzeugen folgt die Dokumentation den Spuren einer spannenden norddeutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Film begleitet die Hochofenarbeiter Daniel und Thomas Pichel, ein Zwillingspaar, das in dritter Generation im Werk arbeitet. Das Kamerateam beobachtet einen Chefverkäufer, der den Stahl gegen harte Konkurrenz auf den Markt bringen muss. Und es ist dabei, wenn der Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann bei den Analysten in Frankfurt zum Rapport antritt. Sein Ziel: Die Börse soll wieder an die Zukunft von Stahl aus Norddeutschland glauben.

Produktionsleiter/in
Jost Nolting
Autor/in
Manfred Uhlig
Redaktion
Silvia Gutmann