Unsere Geschichte (2)

Luxus auf dem Meer - Die Geschichte der Kreuzfahrt

Samstag, 03. Juli 2021, 12:00 bis 12:45 Uhr

Im März 2020 kam der Kreuzfahrt-Tourismus durch die Ausbreitung des Coronavirus weltweit zum Erliegen. Ein Jahr zuvor hatten insgesamt über 27 Millionen Passagiere Urlaub auf rund 500 schwimmenden Hotels gemacht. Die Kreuzfahrt-Industrie war jahrelang die Wachstumsbranche im Tourismus. Und in diesem Sommer wird die Nachfrage nach Luxus auf dem Meer wieder anziehen. Ob Entdeckerreise oder Erholung an Bord, Luxusliner oder Party-Schiff, für Jung und Alt und fast jeden Geldbeutel findet sich die passende Kreuzfahrt.

Luxusreisen per Schiff - wie alles begann

Die Erfolgsgeschichte begann 1891: 57 Tage, elf Stunden und drei Minuten dauerte die erste Luxus-Kreuzfahrt der Geschichte, die eine Industrie begründete. Was kaum jemand weiß: Es war der deutsche Reeder Albert Ballin, Generaldirektor der Hamburger Hapag, der die Idee hatte, seine Passagierschiffe in den Wintermonaten für Vergnügungsreisen in wärmeren Gefilden zu nutzen.

Weitere Informationen
Historische Aufnahme des Dampfschiffs "Augusta Victoria" der Reederei Hapag auf See.

Luxus auf See: Vom Beginn der Kreuzfahrt

Die Vergnügungsreise der "Augusta Victoria" ins Mittelmeer 1891 geht später als erste Kreuzfahrt in die Geschichte ein. mehr

Die zweiteilige Dokumentation "Luxus auf dem Meer" betrachtet die deutsche Geschichte der Kreuzfahrt und die wachsende Begeisterung der Menschen für diese Reiseform von den Anfängen bis in die heutige Zeit. Im zweiten Teil der Dokumentation erzählen die Autoren die Entwicklung der Kreuzfahrt nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die heutige Zeit und geben einen Ausblick in die Zukunft.

Kriegsfolgen und Rückschläge durch weitere Krisen

Anfang der 1950er-Jahre sah es allerdings eher düster aus: Zu verheerend waren die Kriegsfolgen, als dass man an Kreuzfahrten überhaupt denken konnte. Erst ab 1957 hatte Deutschland wieder eigene Passagierschiffe, mit denen man in den folgenden Jahren begann, auch wieder Kreuzfahrten zu machen. Das Geschäft mit den Luxusreisen auf See wuchs schnell, schon Anfang der 1960er-Jahre hatten die Deutschen mehrere Schiffe von internationalem Ruf. Doch viele Rückschläge führten dazu, dass deutsche Schiffe unter den Kreuzfahrern nach und nach selten wurden: Schiffsunglücke, die Dollar- und später die Ölkrise. In den 1970er-Jahren fuhren die meisten deutschen Kreuzfahrt-Gäste auf sowjetischen Schiffen. Ab 1980 übernahmen die US-Amerikaner den Markt. Die Schiffe dazu ließen sie in Deutschland bauen. Die Papenburger Meyer Werft baute und baut nicht nur die AIDA-Cruiser, sie arbeitet für die zwei größten Reedereien und ist eine der führenden Werften für Kreuzfahrtschiffe weltweit.

"Green Cruising" wird der neue Luxus auf dem Meer sein

Heute beherrschen weltweit nur wenige Großkonzerne das Geschäft auf den Meeren. Auch die Chinesen drängen in den Markt. Kleinere Reedereien können nur in exklusiven Nischen überleben, zum Beispiel mit Kreuzfahrten auf noblen Segelschiffen für eine erlesene Klientel oder Fahrten auf Forschungsschiffen nach Grönland, Alaska oder Spitzbergen. Insgesamt wächst die Kreuzfahrt-Branche allerdings mit immer größeren Schiffen - und mit ihnen steigt der Schadstoffausstoß. Angesichts der Klimakrise müssen die Kreuzfahrt-Giganten auf neue Technologien umstellen, auf Abgasreinigung, Flüssiggas oder Strombetrieb. Sogenanntes Green Cruising, also klimaneutrale Kreuzfahrten, werden in der Zukunft der neue Luxus auf dem Meer sein. 

Das Autoren-Duo Reinhard Joksch und Annette Sander nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine klassische Nordlandreise und macht dabei eine spannende und vergnügliche Zeitreise durch die Geschichte der Kreuzfahrt.

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Passagiere an Bord der "Bremen" 1933. © © Radio Bremen/Richard Fleischhut, honorarfrei

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Autor/in
Reinhard Joksch
Annette Sander
Kamera
Peta Wolter
Ton
Franz Gottschalk
Grafik
Oliver Karsitz
Tonmischung
Uwe Lösekann
Komponist/in
Christoph Schauer
Sprecher/in
Peter Kaempfe
Martin Heckmann
Dirk Böhling
Redaktion
Britta-Susan Lübke
Produktionsleiter/in
Angelika Feßke-Tandecki