Sendedatum: 25.12.2018 22:10 Uhr

Hajo Narkmeyer (gespielt von Axel Milberg)

von Norbert Eberlein
Bild vergrößern
Hajo Narkmeyer ist wieder da! Und keiner weiß, wie er das finden soll.

35 Jahre sind vergangen, seit Hajo Narkmeyer mit seiner Jugendfreundin Britta Büttenwarder verließ und mit ihr auf einem weit entlegenen Gutshof bei Süderbrarup eine Anstellung fand. Dort blieb er all die Jahre, heiratete seine Britta, wurde vielfacher Vater und arbeitete selten und wenn, dann nur an seiner Einbildung. Nun aber kehrt Hajo zurück in sein geliebtes Heimatdorf, denn es ist an der Zeit, den elterlichen Hof zu übernehmen. Schnell hat sich die ungeheure Neuigkeit herumgesprochen.

Hajo betrachtet sich zwar als Landwirt, hat aber keine Lust zu arbeiten. Viel lieber schaut er sich nach anderen Möglichkeiten um, sucht immer wieder seine Chance, mit einer abseitigen Unternehmung schnelle Gewinne einzustreichen. Nicht nur mit dieser Eigenschaft ist er ein Mann ganz nach dem Geschmack von Brakelmann und Adsche.

Er hat mindestens sechs oder sieben Kinder

Bild vergrößern
Hajo Narkmeyer geht seinen Gedanken nach. Gibt er seinen Kindern genug Arbeit?

Es kommt noch hinzu, dass auch Hajo nicht gern selbst Hand anlegt, allein schon, weil er als Selbständiger nicht die Gefahr einer Verletzung eingehen will. Gut, dass er so viele Kinder hat. Es sind mindestens sechs oder sieben. Sie muss er immer wieder zur Arbeit einteilen. Dabei, und das ist Hajo wahnsinnig wichtig, muss er gerecht sein. Jedes Kind soll seine Chance haben, sich zu bewähren. Keines darf er bei der Aufgabenverteilung bevorzugen. Das bereitet ihm manch unruhige Minute. Aber wenn er die Kleinen dann ackern sieht, und wenn sie dann abends mit geschundenen Händen und zu erschöpft um noch zu essen von der Feldarbeit heimkehren, dann ist Hajo jedes Mal so gerührt, so den Tränen nah, weil er es doch wieder geschafft hat, dass sich jedes Kind auszeichnen konnte. Ach, Hajo liebt seine Kinder einfach über alles.

Mit Sicherheit ebenfalls sehr verliebt ist Hajo in seine eigenen Gedanken. Seine inneren Überlegungen. Er muss sie notieren. Und dann auch mal zum Vortrag bringen. Niemand ist dann so beeindruckt und gerührt von seiner Intelligenz, wie er selbst. Manchmal kommen ihm sogar Tränen. Nee, wirklich.

Du kannst Hajo fragen, was du willst: er kennt sich aus.

Bild vergrößern
Hajo Narkmeyer hat schon mit vielen wichtigen und brillanten Leuten herumgedröhnt.

Weil auf dem Gutshof, dem Hajo lange diente, die bessere Gesellschaft verkehrte, kann Hajo allen erzählen, mit welchen wichtigen und brillanten Leuten er schon im Garten hinter dem Herrenhaus herumgedröhnt hat. Durch diese Beziehungen will er Einblicke in alle möglichen Bereiche aus Wissenschaft und Technik, Kunst und Kultur, Medizin und Gehirnforschung gewonnen haben. Du kannst Hajo fragen, was du willst: er kennt sich aus.

Natürlich irrt sich Hajo auch manchmal. Er ist ja auch nur ein Mensch. Aber das muss ja nicht jeder mitkriegen. Deshalb greift er zu einem rhetorischen Mittel. Er wiederholt seine unhaltbare Äußerung und argumentiert immer weiter, bis er abschließend mit voller Überzeugung das Gegenteil behauptet. So als hätte er das schon immer gesagt. Auf diese Weise hat er sich noch nie für irgendetwas entschuldigen müssen.

Wenn Hajo bei Adsche erscheint, ist er voller Energie und Tatendrang!

Bild vergrößern
Adsche und Hajo sinnieren über "Nennwert" und "Ambiente".

Büttenwarder, das ist für Hajo Heimat im besten Sinne. Hier kennt er alles. Kunststück - es hat sich in den vergangenen 35 Jahren ja auch so gut wie nichts verändert. Und auch die regionale Terminologie teilt Hajo selbstverständlich. Begriffe wie "Nennwert", "Ambiente" etc. sind ihm geläufig. Die müssen ihm nicht beigebracht werden. Spricht Adsche hingegen vom Erlentrillich, reagiert Hajo reserviert, wie jemand, der innerlich die Augen geschlossen hat. So in etwa.

Wenn Hajo bei Adsche erscheint, ist er voller Energie und Tatendrang! Hajo weiß genau - denn er hat das bereits mehrmals geträumt! -, dass er finanziell noch einmal ganz groß rauskommt. Und für den unmittelbar bevorstehenden Fall hat er alles geplant. Mit Geld, mit richtig viel Geld, wird Hajo endlich das tun, was er schon lange mal machen wollte. Aber ob das ein Jahr Vollpengsion in der Präsidentenloge des "Moulin Rouge" ist oder einfach nur Wohlstand und Sicherheit für seine mehrköpfige Familie, das bleibt ewig offen. Vielleicht weiß Hajo Narkmeyer es selbst nicht so genau.

Dieses Thema im Programm:

Neues aus Büttenwarder | 25.12.2018 | 22:10 Uhr