Stand: 01.07.2011 14:34 Uhr

"Wir sind dazu da aufzuklären und zu helfen"

Markt hieß mal Markt am Montag, dann Markt im Dritten und schließlich einfach Markt. Seit den Anfängen der Sendung 1989 ist Cornelia Brandt als Redakteurin in der NDR Wirtschaftsredaktion tätig. Bis 2002 ist sie auch eines der Gesichter von Markt gewesen. Die Diplom-Volkswirtin hat bei einer Zeitung volontiert und war zunächst beim SWR Fernsehen als Autorin und Reporterin sowie als Moderatorin und Redakteurin tätig, bevor sie zum NDR kam. Heute verantwortet die Journalistin die Rubrik "Markt mischt sich ein".

NDR.de: Hätten Sie gedacht, dass es mal 1.000 Sendungen Markt geben würde?

Conny Brandt Anfang der 90er-Jahre © NDR Foto: Gita Mondry
Mit Mitte 30 wurde Cornelia Brandt als Redakteurin und Moderatorin von Markt Teil der NDR Wirtschaftsredaktion.

Cornelia Brandt: Ehrlich gesagt nein. Ich bin ja fast von Anfang an dabei, als Redakteurin und früher auch als Moderatorin. Wenn man mich damals vor 22 Jahren gefragt hätte, hätte ich es mir natürlich nicht vorstellen können. Aber, wir haben es geschafft: 1.000 Sendungen! Und wir machen weiter.

Ist die Sendung heute eine andere als vor 20 Jahren?

Brandt: Ja. Zum einen wurde die Sendung von ihrem Start bis Anfang 2002 von den Redakteuren selbst moderiert. Das machte auch einen großen Reiz aus: die Sendung zu konzipieren, die Filme abzusprechen und abzunehmen, sich über die Dramaturgie der 45 Minuten Gedanken zu machen und sie dann auch noch zu präsentieren. Auf diese Einheit von Redaktion und Moderation haben wir sehr viel Wert gelegt.

Gruppenbild der Markt-Redakteure zur 500. Sendung © NDR
Im Januar 2000 feierte das damalige Redakteurs- und Moderatorenteam die 500. Markt-Sendung. Von links nach rechts: Ekkehard Boesche, Sabine Rheinhold, Dirk Bergmann und Cornelia Brandt.

Zum anderen gab es jede Woche bei "Markt am Montag" und auch bei "Markt im Dritten", wie die Sendung früher hieß, einen anderen Schwerpunkt. Ekkehard Boesche war damals für Landwirtschaft und Ernährung zuständig, Sabine Rheinhold für Arbeit und Soziales. Wirtschaft und Verbraucher war das breiteste Themenfeld und wurde deswegen auch zweimal im Monat gesendet. Das haben Dirk Bergmann und ich abwechselnd moderiert.

Es gab ganze Sendungen zu Landwirtschaft und Ernährung?

Brandt: Das Schöne an den Sendungen von vor 20 Jahren ist ja, dass da noch kein Mensch richtig auf Einschaltquoten geguckt hat. Aber soweit wir das aufgrund der Resonanz des Publikums beurteilten konnten, kam die Landwirtschafts-Sendung mindestens genauso gut an wie die für Wirtschaft und Verbraucher. Unser Verbreitungsgebiet umfasst ja auch sehr viel ländlichen Raum. Es könnte allerdings auch daran gelegen haben, dass es in der Landwirtschaftssendung immer mal wieder ein Rezept gab. Das war sehr beliebt und damals gab es ja auch noch nicht so viele Kochsendungen.

Warum wurde das Konzept der Sendung dann doch geändert?

Brandt: Mit dem alten Konzept der abwechselnden Schwerpunkte war aktuelle Berichterstattung manchmal nicht so einfach: Als es zum Beispiel Anfang der 90er-Jahre den großen BSE-Skandal gab, konnte es sein, dass die Ausstrahlung von "Arbeit und Soziales" anstand, es aber Aktuelles über BSE zu berichten gab. Auf der anderen Seite konnten wir natürlich auch nicht sagen, wir warten jetzt noch drei Wochen bis die nächste Landwirtschafts-Sendung dran ist. So kam der Gedanke auf, über die unterschiedlichen Themenbereiche doch in einer Sendung zu berichten, denn wir wollten eben aktueller werden und flexibler reagieren können. Und so haben wir uns dann vom Konzept der Dreiteilung Mitte der 90er-Jahre verabschiedet.

Was hat Ihnen an den frühen Sendungen am besten gefallen?

Cornelia Brandt © NDR
Bis 2002 war Cornelia Brandt auch eines der Gesichter von Markt. Heute verantwortet sie die Rubrik "Markt mischt sich ein".

Brandt: Als Redakteurin und auch als Moderatorin hat mir gefallen, dass wir zum Teil monothematische Sendungen vor Ort gemacht haben. So sind wir auf eine Werft gefahren, um über Werftenpolitik zu berichten. Man konnte sich wirklich in ein Thema vertiefen und über dessen unterschiedlichen Facetten mehrere Filme senden. In den 45 Minuten haben wir dann wirklich Hintergründiges für den Zuschauer geliefert. Das fand ich reizvoll damals.

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