Kulturjournal

Grenzenlos im Norden - 30 Jahre Mauerfall

Montag, 04. November 2019, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 08. November 2019, 02:25 bis 03:00 Uhr

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Früher getrennt, heute vereint? Die Geschichte des Doppeldorfes Zicherie-Böckwitz

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Zicherie-Böckwitz: Früher getrennt, heute vereint?

Die Bewohner des Doppeldorfes Zicherie-Böckwitz lebten nur einen Steinwurf voneinander entfernt, konnten aber jahrzehntelang - bis zur Grenzöffnung - kein Wort miteinander sprechen. Und heute? Video (06:04 min)

Sie leben nur einen Steinwurf voneinander entfernt und konnten trotzdem jahrzehntelang nicht zueinanderkommen. Seit dem 16. Jahrhundert gibt es das Doppeldorf Zicherie-Böckwitz in der Nähe von Wolfsburg. Zwar an sich zwei eigenständige Gemeinden, aber über die Jahre zusammengewachsen mit gemeinsamer Kneipe und gemeinsamem Schützenverein. Bis zum 7. Oktober 1949. Dem Gründungstag der DDR. Die Zonengrenze wurde so gezogen, dass sie mitten durch das Dorf verlief. Zicherie gehörte ab dann zu Niedersachsen, Böckwitz zur DDR. Erst war die Grenze noch relativ durchlässig, wurde aber später vom Osten immer mehr ausgebaut, bis am Ende sogar eine Mauer im sogenannten Klein-Berlin stand. Nun ist die Mauer vor 30 Jahren gefallen - doch ist aus dem geteilten Dorf wieder eins geworden? Oder besteht die Mauer in den Köpfen immer noch weiter? Das Kulturjournal hört sich in Zicherie-Böckwitz um.

Eine Mauer, fünf Lieder: Wie ein Bauwerk Popgeschichte schrieb

Die Mauer, der antikapitalistische Schutzwall: monströs, unüberwindbar - ja, sogar tödlich. Als sie fiel, wurde der Song "Wind of Change" für viele zur Hymne. Fast vergessen ist heute, dass in den Zeiten der Teilung Deutschlands die Mauer besungen wurde: im Westen wie auch im Osten, wenn auch in der DDR verklausuliert und manchmal auch mit Konsequenzen für die Musiker. Das Kulturjournal stellt fünf der Mauer-Songs vor - und ihre Geschichten.

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Die besten Mauer-Songs

Es gibt zahlreiche Lieder, die wir mit dem Mauerfall assoziieren. Doch die Mauer wurde auch schon vorher besungen - in West und Ost. Hier unsere Auswahl der besten Mauersongs. Video (03:15 min)

"Alles richtig gemacht": Gregor Sanders Roman zur Wiedervereinigung

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"Alles richtig gemacht": Roman zur Wiedervereinigung

In seinem Roman "Alles richtig gemacht" erzählt Gregor Sander die Geschichte zweier Freunde. Es ist eine turbulente Reise durch dreißig Jahre deutsch-deutscher Geschichte. Video (05:07 min)

Es ist die Geschichte zweier Freunde - und erzählt gleichzeitig drei Jahrzehnte deutsch-deutscher Geschichte: Thomas und Daniel wachsen in den 80er-Jahren in Rostock auf. Hier erleben sie den Mauerfall, Rechtsradikalismus und die Ausschreitungen in Lichtenhagen. Sie ziehen gemeinsam nach Berlin, feiern in den 90ern und werden Zeuge, wie die Hauptstadt sich wandelt. Nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm muss einer von ihnen untertauchen, und ihre Wege trennen sich. Der Schriftsteller Gregor Sander, selbst in Schwerin aufgewachsen, erzählt in seinem Roman "Alles richtig gemacht" am Beispiel zweier Freunde, wie Deutschland sich seit dem Mauerfall verändert hat - spannend und unterhaltsam. Im heutigen Berlin treffen sich die Freunde wieder, ihre Leben sehen inzwischen ganz unterschiedlich aus - wer von beiden hat "alles richtig gemacht"? Gregor Sander wird seinen Roman in der Kulturjournal-Reihe "Der Norden liest" vorstellen, am 14. November in Schwerin.

Die Mauer in unseren Köpfen: Der Kulturjournal-Vorurteilscheck in Ost und West

30 Jahre Mauerfall - genug Zeit, um wieder ein Volk zu werden? Gerade sieht es nicht danach aus. Bereits 20 Jahre nach dem Mauerfall hat eine Umfrage ergeben, dass sie immer noch da sind in den Köpfen: die Vorurteile gegenüber "Wessis" und "Ossis". Damals war über die Hälfte der Ostdeutschen der Meinung, dass die Westdeutschen überheblich und geltungssüchtig seien. Von den Westdeutschen hielten fast 30 Prozent die Ostdeutschen für leicht beeinflussbar, 43 Prozent sogar für ausländerfeindlich. Wie sieht es heute aus? Ist inzwischen zusammengewachsen, was zusammengehört? Das Kulturjournal fragt in Lübeck und Schwerin nach.

Wie Kunst in der DDR zu Volkseigentum wurde: Die "Museumsdetektive" forschen nach

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Wie Kunst in der DDR zu Volkseigentum wurde

Otto Nagel war in der DDR ein geschätzter Künstler. Nach seinem Tod 1967 wurde den Erben der Nachlass von der Regierung abgepresst. Nun forscht seine Enkelin nach - auch in Schwerin. Video (05:58 min)

Otto Nagel war in der DDR ein geschätzter Künstler. Schon sein Lebensweg erklärt das Interesse der Politoberen an ihm: Er kam aus dem Arbeitermilieu - und malte seinesgleichen. Von den Nationalsozialisten wurde seine Kunst als "entartet" gebrandmarkt und er selbst inhaftiert. 1945 gehörte er zu den Mitbegründern des Kulturbundes und wurde in der DDR auch hofiert. Seine Bilder hingen in allen Museen der DDR. Noch heute befinden sich fünf seiner Werke im Bestand des Staatlichen Museums Schwerin. Doch es gibt Anhaltspunkte, dass es seitens des Staates Eingriffe in sein Werk gegeben hat. Otto Nagels Bilder wurden als "Volkseigentum" angesehen - und somit auch über sie verfügt. Insbesondere beim Umgang mit dem Nachlass des Künstlers gibt es Anhaltspunkte, dass die SED massiv Druck auf die Familie ausgeübt hat. Das Kulturjournal forscht im Rahmen seiner Reihe "Museumsdetektive. Auf den Spuren geraubter Kunst im Norden" in Schwerin und Berlin nach - und spricht mit der Enkelin von Otto Nagel. Am 6. November findet zudem in Schwerin eine Podiumsdiskussion zu dem Thema statt: "Museumsdetektive - Alles nur geklaut? Zur Rolle der Museen in der DDR".

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Moderation
Julia Westlake