Kulturjournal

70 Jahre Menschenrechte

Montag, 10. Dezember 2018, 22:45 bis 23:15 Uhr

70 Jahre Menschenrechte: Ein Grund zu feiern?

Er ist einer der wichtigsten Texte der Menschheitsgeschichte. 1.300 Wörter lang und nun genau 70 Jahre alt: Am 10. Dezember wurde die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" verabschiedet - allerdings ohne rechtlich bindend zu sein. Trotzdem ein kleines Wunder angesichts des Kalten Krieges, der damals herrschte. Die Autoren: ein Kanadier, ein Libanese, zwei Franzosen und ein Chinese unter der Leitung von Eleanor Roosevelt. 48 Staaten stimmten damals zu, acht enthielten sich. Darunter sechs Staaten des ehemaligen Ostblocks, Südafrika und Saudi-Arabien. Letzteres wegen des Passus der Religionsfreiheit. 30 Artikel umfasst die Erklärung - und die reichen vom Verbot der Folter, über das Asylrecht hin zum Recht auf Eigentum und dem Recht auf Freizeit und Erholung. Doch welches Land schafft es heute noch, sich an diese 30 Regeln zu halten? Zum Beispiel das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit ist angesichts des Gender Pay Gaps nahezu nirgendwo umgesetzt. Human Rights Watch stellte für 2017 Menschenrechtsverletzungen in mehr als 90 Staaten fest. Es gibt also auch nach 70 Jahren noch viel zu tun!

Umstrittener Verkauf: Erbprinz Ernst August und die Marienburg

Da hat der Erbprinz Ernst August von Hannover, von Beruf Investmentbanker, dem Land Niedersachsen kurz vor Weihnachten ein schönes Geschenk gemacht: Er hat seine Marienburg bei Hildesheim verkauft - für den Spottpreis von nur einem Euro. Das Welfenanwesen gilt als "Neuschwanstein des Nordens". Doch es ist ein teures Geschenk. Die Sanierungskosten der maroden Burg, die auf einem abrutschenden Hang steht, beziffert das Kulturministerium mit etwa 13 Millionen Euro für das Land, dieselbe Summe soll der Bund beisteuern. Der Bund der Steuerzahler befürchtet Folgekosten für den Unterhalt der Burg in Millionenhöhe. Grüne und FDP kritisieren, dass der Deal mit einer Tochterfirma der Klosterkammer am Parlament vorbei erfolgt sei. "Das gemeinsam entwickelte Modell sichert Schloss Marienburg und sein Inventar dauerhaft für die Öffentlichkeit", sagt Ernst August junior. Vom Inventar ist nicht mehr ganz so viel übrig, nachdem die Welfen 2005 für 44 Millionen Euro schon Kunstgegenstände verkauft hatten. Die Familie (geschätzter Besitz 400 Mio. Euro) könne das Gebäude mit seinen 135 Zimmern nicht mehr länger unterhalten.

Frauen benachteiligt: Studie über den Literaturbetrieb

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Sind Frauen auf dem Buchmarkt benachteiligt?

Welche Bücher schaffen es in die Bestseller-Listen? Das entscheiden auch die Medien durch ihre Rezensionen. Eine Studie hat belegt, dass Männer deutlich bevorzugt werden. mehr

Jedes Jahr erscheinen in Deutschland mehr als 70.000 Bücher. Welche Titel es in die Bestseller-Listen schaffen, das entscheiden auch die Medien durch ihre Rezensionen. Eine Studie der Universität Rostock hat jetzt herausgefunden, dass Männer dabei deutlich bevorzugt werden. 69 Medien - Zeitungen, Fernsehen, Hörfunk - wurden für den Zeitraum von einem Monat untersucht. Das Ergebnis: Nur ein Drittel der Rezensionen befasste sich mit Büchern von Frauen, in zwei Drittel der Fälle ging es um Werke von Männern. In einigen Genres war das Ergebnis sogar noch unausgewogener. Nur 30 Prozent der besprochenen Sachbücher stammen von Frauen, beim Krimi waren es noch weniger. Diese Zahlen haben Folgen: Für die öffentliche Wahrnehmung, für die Vergabe von Preisen - und nicht zuletzt für die Verkaufszahlen und den Erfolg der Autoreninnen und Autoren.

Leben als Obdachloser: Das Hamburger Strassen-BUCH gibt Einblick

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"Strassen-BUCH": Leben ohne Obdach

10.12.2018 22:45 Uhr

Rosi und Alex waren jahrelang obdachlos. Rosi hat in der Zeit viel fotografiert, Alex hat Gedichte geschrieben. Ihre Werke sind nun in einem Buch vereint: dem "Strassen-BUCH". Video (04:56 min)

Sie hat fotografiert und er hat Gedichte geschrieben. Ihr Thema: Wie es ist, obdachlos zu sein? Auf der Straße zu leben, keinen Ort zu haben, immer außen vor zu sein - im wahrsten Sinne des Wortes. Dass dabei nicht alles nur hoffnungslos ist, das möchte Rosi mit ihren Fotos zeigen. Und Alex möchte mit seiner Lyrik Menschen erreichen: "Ich wünsche mir, dass viele sehen, dass sie nicht alleine sind und dass man gemeinschaftlich etwas schaffen kann." Jetzt sind die Werke der beiden in einem Buch erschienen, dem "Hamburger Strassen-BUCH". Das Kulturjournal ist bei der Buchpräsentation mit dabei - und blickt mit Rosi und Alex zurück auf die Zeit, in der sie fotografiert und geschrieben haben.

Hand in Hand für Norddeutschland: Ein Chor für Demenzkranke

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Demenz: Kontakt aufnehmen durch Musizieren

10.12.2018 22:45 Uhr

Demenzkranke ziehen sich häufig in ihre eigene Welt zurück. Ein Mittel, wieder Kontakt aufzunehmen, ist Musizieren. Im Chor "Die Herbstzeitlosen" singen sie gemeinsam mit Angehörigen. Video (04:52 min)

Wenn Menschen an Demenz erkranken, dann verlieren sie oft nicht nur ihre Erinnerung, sondern auch den Kontakt zum Leben um sie herum. Soziale Kontakte werden weniger, die Betroffenen ziehen sich in ihre eigene Welt zurück. Ein wunderbares Mittel, sie dort wieder herauszuholen und Kontakt herzustellen, ist das gemeinsame Musizieren. Der Chor "Die Herbstzeitlosen" in Neumünster ist einer von mehreren Chören in Norddeutschland, in denen Demenzkranke und Angehörige gemeinsam singen. Das Kulturjournal stellt den Chor vor im Rahmen der NDR Aktion Hand in Hand für Norddeutschland. Hilfe für Menschen mit Demenz und Unterstützung für deren Angehörige ist das diesjährige Ziel der Benefizaktion. Partner sind die Alzheimer Gesellschaften in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.

Der Norden liest: Judith Schalansky in Lüneburg

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Judith Schalansky: Lesung in Lüneburg

13.12.2018 19:30 Uhr
Literaturbüro Lüneburg, Heinrich-Heine-Haus

Mit Fantasie spürt Judith Schalansky den "Löchern in der Geschichte nach" - der untergegangenen Südsee-Insel, den verlorenen Liebesliedern - und gibt ihnen eine Geschichte zurück. mehr

Der "Palast der Republik", ein Gemälde des Greifswalder Hafens von Caspar David Friedrich oder eine versunkene Insel im Pazifik: Ständig verschwinden Dinge, Tiere, Menschen. Die Welt ist ein Ort von Geburt und Tod, von Entstehen und Verlust. Die aus Greifswald stammende Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky schreibt in ihrem "Verzeichnis einiger Verluste" über verloren Gegangenes. Dabei sind diese Verluste jeweils Ausgangspunkte für ganz unterschiedliche literarische Geschichten. Anfang November erhielt Judith Schalansky für ihr Buch den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2018 in Braunschweig. In der Kulturjournal-Reihe Der Norden liest stellt die Schriftstellerin ihr "Verzeichnis" am 13. Dezember in Lüneburg vor.

Wahr. Schön. Gut. Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil. Viel Spaß!

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile