Kulturjournal

Montag, 01. März 2021, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 05. März 2021, 01:50 bis 02:20 Uhr

Toxische Männlichkeit und frauenverachtende Hetze: Die Ideologie der "Incels"

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Silhouette einer Person auf einer Leiter. © french_03 / Photocase.de Foto: french_03 / Photocase.de

Incels: Wie gefährlich ist die Frauenhasser-Szene in Deutschland?

Sie hatten noch nie Sex, hassen Frauen und rufen zu Gewalt auf: Incels gehören zu einer der extremsten Nischen des Internets. Wie gefährlich sind Incels in Deutschland? Das Y-Kollektiv hat recherchiert. mehr

Es gibt Männer, die fühlen sich betrogen, gedemütigt und zu Unrecht geschmäht: enttäuscht von Frauen, die sie zurückweisen und nichts mit ihnen zu tun haben wollen. Auf der vergeblichen Suche nach einer Partnerschaft beginnen sie, den Frauen die Schuld für ihr Alleinsein zu geben. Sie verachten den Feminismus, drohen den Emanzipierten und lassen ihrer Wut freien Lauf. Das Phänomen ist vermutlich nicht neu. Neu aber ist, dass es sich im Internet rasant verbreitet. Dort hat sich eine Subkultur entwickelt, in deren Mittelpunkt die sogenannten "Incels" stehen, Männer, die im ungewollten Zölibat - "involuntary celebacy" - leben. Es ist eine Parallelwelt voller Hass und Verachtung. Zehntausende frustrierter Männer ergehen sich in Selbstmitleid, das sich bei manchen bis zu Gewaltfantasien steigert. Die Autorin Veronika Kracher hat in der Szene der "Incels" recherchiert und ein Buch darüber geschrieben, in dem sie ihre Geschichte erzählt und ihre Ideologie analysiert. Es ist ein Einblick in eine erschreckende Parallelwelt.

Ein Kieler Tatort über Frauenhass: Interview mit Axel Milberg

Am Vorabend des internationalen Frauentages sendet das Erste den neuen Kieler Tatort: "Borowski und die Angst der weißen Männer" (7. März, 20:15 Uhr). Erzählt wird von der Radikalisierung eines jungen Mannes, der auf der Suche nach Liebe und Sexualität ins Umfeld der „Incel“-Bewegung gerät. Borowski ermittelt undercover in dem Umfeld. Im Rahmen des Schwerpunktes im Kulturjournal zu Gewalt an Frauen spricht Julia Westlake mit dem Borowski-Darsteller Axel Milberg über toxische Männlichkeit und Frauenhass.

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Milberg, Bagriacik und Kügel posieren für ein Drehende-Foto © NDR/Christine Schroeder Foto: Christine Schroeder

Frauenhass im Internet: NDR-"Tatort" mit Axel Milberg und Almila Bagriacik

Ihr neuer Fall führt die NDR-"Tatort"-Kommissare Borowski und Mila Sahin in das höchst brisante Umfeld von Frauenhassern im Internet. extern

Die eigene Welt im Atelier: Besuch bei der Hamburger Künstlerin Annette Meincke-Nagy

Die Künstlerin Annette Meincke-Nagy steht in ihrem Aterlier © privat
"Mein kleines Völkchen" nennt die Künstlerin Annette Meincke-Nagy ihre Skulpturen, die sie aus Draht, Papier, Sand und Leim schafft.

Köpfe, Büsten, ganze Personen: Lebensecht und doch wie aus einer anderen Welt schauen einen die Figuren im Hamburger Atelier der Künstlerin Annette Meincke-Nagy an. Die Statuen wirken seltsam verträumt, introvertiert, als gäben sie den Blick frei in ihre Seele. "Mein kleines Völkchen" nennt Annette Meincke-Nagy ihre Skulpturen, die sie aus Draht, Papier, Sand und Leim schafft. Sie verkörpern menschliche Schönheit und Würde, zeitlos und doch höchst gegenwärtig. Im Kerber-Verlag ist jetzt der Band "Touchable" mit Fotos ihrer Werke erschienen. Das Kulturjournal macht einen Hausbesuch bei der Künstlerin und ihren Objekten.

Fulminantes Romandebüt: "Das Ministerium der Träume" von Hengameh Yaghoobifarah

Cover des Buchs "Das Ministerium der Träume" von Hengameh Yaghoobifarah © Aufbau Verlag
In dem Debütroman von Hengameh YaghoobifarahIn geht es um Ausgrenzung, Alltagsrassismus und Ankommen.

In diesem Roman geht es um Ausgrenzung, Alltagsrassismus und Ankommen. Familie, starke Frauen, Verlust und Verletzungen. Verunsicherung, Diskriminierung und Gegenwehr. Klingt überfrachtet - stimmt aber nicht. Das Debüt der Publizist*in und Kolumnist*in Hengameh Yaghoobifarah ist fulminant, dicht und entfaltet einen Sog. Bekannt wurde die in Kiel geborene Yaghoobifarah durch Kolumnen in der taz. Im letzten Sommer entfachte Yaghoobifarah mit einem satirischen Text, in dem die Polizei hart angegangen wurde, eine aufgeregte Kontroverse. Der Innenminister wollte klagen, hat er dann nicht - und Yaghoobifarah bekommt bis heute Morddrohungen. Nun legt Yaghoobifarah einen ersten Roman vor. "Das Ministerium der Träume" (Blumenbar) erzählt offen, manchmal rotzig und vor allem einfühlsam von schmerzhaften, systemischen Diskriminierungserfahrungen, mitten in Deutschland, über drei Generationen. Ohne dass man es möchte, ist man beim Lesen selbst mitten drin in einem Denken in Gruppen und Gegengruppen, erlebt man den ständigen Konflikt, statt ihn von außen zu betrachten. Das Kulturjournal bittet Hengameh Yaghoobifarah zum Gespräch über rechten Terror, Heimatlosigkeit und Identität.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile

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