Kulturjournal

Montag, 08. Februar 2021, 23:00 bis 23:30 Uhr
Freitag, 12. Februar 2021, 02:05 bis 02:45 Uhr

Holocaust-Überlebender gegen die Deutsche Bahn: Salo Mullers Kampf um Entschädigungen

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Salo Muller © imago/Pro Shots
6 Min

Kampf um Entschädigung: Salo Muller gegen die Deutsche Bahn

Juden mussten für ihre Deportation selbst zahlen. Salo Muller überlebte den Holocaust und fordert nun Entschädigung von der Bahn. 6 Min

Salo Muller war sechs, als er 1942 das letzte Mal seine Eltern sah. Sie warteten, von ihm schon getrennt, auf ihre Deportation: erst ins holländische Durchgangslager Westerbork und dann nach Auschwitz. Salo Muller selbst überlebte in diversen Verstecken, schwer traumatisiert. Er erfuhr erst viel später, dass seine Eltern, wie alle Juden, von der damaligen Reichbahn für den Transport ins Todeslager zur Kasse gebeten wurden: Vier Pfennig pro Person und Kilometer, Kinder zahlten die Hälfte. Ein schamloses Geschäft, gegen das Salo Muller jetzt vorgeht. Er fordert von der Deutschen Bahn Entschädigung, trat über seinen Anwalt an die Bundesregierung heran, bekam jedoch nur standardisierte Antworten. Damit will er sich nicht zufrieden geben und appelliert im Kulturjournal an die historische Verantwortung der heutigen Bahn AG.

Deutsch-jüdische Familiengeschichte und Kunstkrimi: Das NDR Buch des Monats von Alena Schröder

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Alena Schröder: "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" © dtv

NDR Buch des Monats Februar: "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid"

Alena Schröders Roman entwirft eine Familiengeschichte, in der es auch um ganz aktuelle Fragen geht. mehr

Zwei Frauen sind durch eine ungewöhnliche Familiengeschichte miteinander verbunden: Die junge Senta verlässt 1926 ihre unglückliche Ehe und ihre kleine Tochter in Rostock. Sie will nach Berlin, lernt dort den Sohn eines jüdischen Kunsthändlers kennen. Doch im Dritten Reich müssen die beiden fliehen. Viele Jahrzehnte später erfährt ihre Urenkelin durch einen Brief erstmals von dieser Geschichte, sie muss sich nun ganz neu mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen und auch mit dem verschollenen Erbe ihrer Urgroßmutter, zu dem womöglich ein Gemälde von Vermeer gehört. Die Schriftstellerin und Journalistin Alena Schröder erzählt von diesen beiden Frauen in ihrem vielschichtigen Debutroman "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid". Kunstvoll verbindet sie Familiengeschichte, deutsche Geschichte und die Suche nach einem Gemälde. Ihr Roman geht auf die Biografie ihrer eigenen Urgroßmutter zurück. "Junge  Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" ist unser NDR Buch des Monats im Februar.

Bilder wie gemalt: Der Fotograf Hans-Christian Schink

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Der Künstler Hans-Christian Schink vor mecklenburgischem Panorama
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"Hinterland": Bildband von Fotograf Hans-Christian Schink

Sein neues Buch "Hinterland" zeigt Bilder, die viel Raum für Assoziationen lassen und eine ganz eigene Atmosphäre haben. 5 Min

Hans-Christian Schink überlässt in seinen Fotos nichts dem Zufall, plant sie genau vorab und findet die Motive doch eher zufällig in der mecklenburgischen Landschaft, seiner neuen Heimat. Für sein neustes Buchprojekt "Hinterland" ist der Fotograf oft ohne konkretes Ziel losgefahren und hat sich von dem, was er so sah, überraschen lassen. Herausgekommen sind dabei Bilder, die viel Raum für Assoziationen lassen und eine ganz eigene Atmosphäre haben. Das Kulturjournal streift mit Schink durch Mecklenburg und besucht mit ihm die Ausstellung seiner Fotos in Erfurt ("So weit. Fotografien bis 1990", Kunsthalle Erfurt, bis 23. Mai 2021)

Es wächst und wächst und wächst: Das Haar und der Lockdown

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Eine Frau trägt eine OP-Maske, darunter sind viel Haare. © imago images/Westend61
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Das Haar - Identität, Protest und Statement

Je länger der Lockdown, desto schlechter die Frisur. Dabei geht es auf dem Kopf nicht nur ums Aussehen, sondern auch um Bedeutung. 3 Min

Die Corona-Pandemie hinterlässt auch auf unseren Köpfen sichtbare Spuren. Je länger der Lockdown, desto länger die Haare. Auf der Straße, in Videokonferenzen, sogar im Fernsehen erblicken wir immer mehr schlechtfrisierte Menschen mit ungezähmten Mähnen. Dabei geht es bei der Frisur nicht nur ums Aussehen. Haare haben immer auch eine Bedeutung, sie sollen präsentieren, wer man ist und was man denkt. In Märchen und Literatur spielen sie eine Rolle, wie bei Rapunzel oder Struwwelpeter. In der Jugendkultur stehen sie für Gesinnung: Bei der Swing-Jugend als Prostest zur Hitlerjugend, später lang bei den Hippies oder kahlgeschoren bei den Skins. Und auch bei Politikern wie Thatcher, Trump oder Merkel ist die Frisur oft ein Statement.

Starpianist ohne Angst: Daniil Trifonov beim NDR Elbphilharmonie Orchester

Daniil Trifonov gilt als ein Pianist, der vor schwierigen Partituren und fordernden Parts keine Angst hat. Seine Fingerfertigkeit ist legendär. Schon in jungen Jahren galt er als unbegreifliches Talent, mittlerweile ist er ein Star. Nun gibt er sein lang erwartetes Debüt mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, mitten in Zeiten von Corona. Auf dem Programm stehen gleich zwei Klavierkonzerte: die Nr. 1 von Sergej Prokofjew und das 1979 entstandene von Alfred Schnittke. Das Kulturjournal bittet Chefdirigent Alan Gilbert und Daniil Trofonov ins Gespräch. (5.2.2021, 20 Uhr: Video Live Stream und live auf NDR Kultur, danach in der Mediathek)

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile

JETZT IM NDR FERNSEHEN

DAS! 18:45 bis 19:30 Uhr