Expeditionen ins Tierreich

Wildes Polen - Tatra, Ostsee und Masuren

Mittwoch, 08. August 2018, 20:15 bis 21:00 Uhr
Donnerstag, 09. August 2018, 08:15 bis 09:00 Uhr

Wo leben in Europa noch Wisente in freier Wildbahn? Und wo brüten vermutlich mehr Zugvögel als in jedem anderen europäischen Land? In Polen. Die Natur dort steckt voller Überraschungen: Der Süden des Nachbarlandes zu Deutschland wird von den über 2.000 Meter hohen Gipfeln der Tatra überragt, im Nordosten formt die Biebrza eines der größten Sumpfgebiete Europas, ein Paradies für seltene Vögel wie den Kampfläufer. In Masuren brüten Abertausende Weißstörche, mehr als irgendwo sonst auf der Erde. Doch auch die viel scheueren und seltenen Schwarzstörche finden Schutz in großen Wäldern, die bis an die Ostsee reichen.

Freilebende Wisente gibt es nur noch hier

Im Winter fegt ein eisiger Wind über Polens Osten. Nur wer ein dickes Fell hat, kann die kalte Jahreszeit in der Grenzregion zu Weißrussland überstehen. Den Wisenten macht die Kälte nichts aus. Ihr warmes Fell schützt die urtümlichen Rinder gegen jeden Schneesturm, doch der Hunger macht ihnen im Winter zu schaffen. Die Wisente hier gehören zu den letzten ihrer Art. Einst bevölkerten wilde Herden die meisten Regionen auf unserem Kontinent. Heute existieren die einzigen freilebenden Herden Mitteleuropas im Osten von Polen.

Otter und Biber trotzen der Eiseskälte

Klirrender Frost im Winter in Polen scheint Fischotter und Biber nicht zu stören, sie schwimmen und tauchen unbekümmert im eiskalten Wasser. Beide haben extrem dichtes Fell, das sie perfekt vor der Eiseskälte schützt. Obwohl Otter wie Biber im Wasser leben, sind sie keine Konkurrenten: Biber sind Vegetarier und ernähren sich im Winter von den Blatt- und Rindenvorräten. Fischotter sind das ganze Jahr über aktive Jäger und ernähren sich von Fischen und Krebsen.

Die Natur in Polen ist noch sehr vielfältig

Sobald der Frühling in Polen Einzug hält, wird es an der der Biebrza laut: Abertausende lärmende Vögel nutzen das riesige Sumpfgebiet, um zu rasten und zu brüten. Weißflügelseeschwalben und Schwarzhalstaucher bauen ihr Nest. Und die Balz der Kampfläufer beginnt: Mit auffälligen Gesten präsentieren sich die Männchen den Weibchen.

In den ländlichen Regionen Polens leben die Menschen noch im Einklang mit der Natur. Dabei erinnert vieles an bei uns längst vergangene Zeiten: Ein Pferd zieht den Pflug, gemäht wird mit der Sense. Morgens werden die Kühe auf die Feuchtwiesen am Fluss getrieben. Wo sie das Gras kurzhalten, herrschen für Uferschnepfen ideale Bedingungen.

Masuren - ein Vogelparadies

Im Norden Polens, in Masuren, leben mehr Störche als irgendwo sonst in Europa. Über 50.000 Brutpaare beziehen jedes Jahr auf Dächern und Kirchtürmen ihre Nester. Überall hört man es klappern, wenn die großen Vögel balzen, sich begrüßen oder ihr Nest verteidigen. Masurens Wälder sind auch die Heimat des scheuen Schwarzstorches, der hier zurückgezogen lebt. Anders als sein vornehmlich weiß gefiederter Verwandter sucht er die Ruhe der Wälder, er ist ein Kulturflüchter. Sogar sein Klappern klingt zurückhaltend, dafür hat der Schwarzstorch weitere leise Rufe und Gesänge im Repertoire.

Die Wanderdünen von Slowinski

500 Kilometer lang ist die polnische Ostseeküste. Die Wanderdünen im Slowinski Nationalpark verwandeln den Strand in eine wahre Wüstenlandschaft. Jahr für Jahr bewegen die Sandmassen sich weiter und überrollen, was ihnen im Weg steht: Wo eine Düne den Wald erreicht, haben Bäume keine Chance mehr, zu wachsen.

Der Film gewährt überraschende Einblicke in die Naturvielfalt Polens. Ein Jahr lang arbeiteten die renommierten Tierfilmer Hans-Peter Kuttler und Ernst Sasse an dieser hochwertigen HD-Dokumentation.

Redaktion
Wolf Lengwenus
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Autor/in
Ernst Sasse
Regie
Ernst Sasse
Autor/in
Hans-Peter Kuttler
Regie
Hans-Peter Kuttler