Expeditionen ins Tierreich

Die größten Flüsse der Erde - Der Nil

Mittwoch, 21. Oktober 2020, 20:15 bis 21:00 Uhr

Um den Rang des weltweit längsten Flusses wetteifert der Nil mit dem Amazonas - je nach Art der Definition. Eines steht fest: Mit über 6.800 Kilometern Länge gehört er zu den Giganten. Sein Weg führt durch ganz Nordafrika vom Äquator bis zum Mittelmeer.

Faszinierende Tiervielfalt im oberen Lauf

Stromschnellen bei den Murchison-Falls im Murchison-Falls-Nationalpark. © NDR/NDR Naturfilm/Doclights GmbH/TERRA MATER/Harald Pokieser
Stromschnellen bei den Murchison-Falls im Murchison-Falls-Nationalpark.

Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts ist bekannt, dass der Fluss aus einer Vielzahl von Oberläufen gebildet wird. Sie entspringen in den Bergen Ruandas und der legendären Mondberge in West-Uganda. Am Fuße dieser Berge lebt der seltene Schuhschnabel. Der clevere Vogel tritt in die großen Fußstapfen von Nilpferden, um sich seinen Weg durch schwimmende Papyrusinseln zu bahnen. Unterhalb der Murchison-Fälle sammeln sich die größten Krokodile Afrikas, um tote Fische aufzusammeln. Eine Krokodilmutter jedoch fastet schon seit zwei Monaten. Aufopfernd bewacht sie ihr Gelege im Sand vor Eierdieben.

Der große Sud

Im Süd-Sudan verliert sich der Nil in einem riesigen Sumpf. Zur Regenzeit ist der Sudd größer als Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Durch dieses Meer aus Wasserpflanzen gab es jahrhundertelang kein Durchkommen – deshalb blieben die Nilquellen so lange ein Geheimnis. Für Elefanten ist es ein Paradies - hierhin kann ihnen kein Wilderer folgen.

Von Khartum bis zum Mittelmeer

Ausgelaugt von der Verdunstung im Sudd hätte der Fluss keine Chance, die letzte Etappe durch die Sahara bis zum Mittelmeer zu schaffen. Doch in Karthum, der Hauptstadt des Sudan, bekommt er Verstärkung: Nach 1.700 Kilometern vereinigt sich der Blaue Nil mit dem Weißen Nil. Gemeinsam ziehen sie sich wie ein schmales blaues Band durch die endlosen Sanddünen – das einzige Wasser weit und breit. Ohne den Nil hätten die alten Ägypter ihr Imperium nicht errichten können, ohne ihn könnte heute Kairo, die 20-Millionen-Stadt, nicht florieren. Schließlich endet die Reise des gewaltigen Stroms im Mittelmeer. Der Nil, der einst als Rinnsal begann, tritt nun endgültig ein in den großen Kreislauf des Wassers.

Weitere Informationen
Ein Taucher im  Aquarium im Multimar Wattforum. © NDR Foto: Hauke Sievers

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Autor/in
Lydia Baines
Regie
Lydia Baines
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Redaktion
Ralf Quibeldey