Expeditionen ins Tierreich

Der Blaue Planet - Unterwasserdschungel

Sonntag, 02. Februar 2020, 14:30 bis 15:15 Uhr

Wenn die Sonne im Frühjahr das Meer erwärmt, setzt sie eine riesige Veränderung in Gang: Karger Meeresboden verwandelt sich in einen Unterwasserdschungel. Überall streben Tangwedel dem Licht entgegen, emporgezogen von ihren Schwimmbojen, gasgefüllten Blasen. Ausgewachsen erreichen diese Riesenalgen eine Länge von bis zu 60 Metern. Sie bilden die Tropenwälder der Meere.

Oktopus: Er ist ein wahrer Verwandlungskünstler

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Riesensepien, eine Tintenfischart, bei der Paarung.

Erstmals gelangen den Teams der BBC Aufnahmen von einem wahren Verwandlungskünstler: Der Oktopus ist dafür bekannt, dass er sich farblich geschickt seiner Umgebung anpassen kann. Was aber tut er, wenn er sich einem Räuber gegenübersieht, der auf elektrische Felder reagiert und der sich zudem in fast jede Ritze zwängen kann? Der Oktopus zieht sich in Windeseile eine Rüstung an: aus Muschelschalen. Zwar verdeckt er damit nicht sein elektrisches Feld, doch der Hai ist so verwirrt von den Muscheln, die plötzlich vor seinem Maul auseinanderstieben, dass der Oktopus in dem Durcheinander fliehen kann.

Einzigartige Jagdmethoden der Speer-Fangschreckenkrebse

Betrogen wird auch unter Speer-Fangschreckenkrebsen. Deren Jagdmethode ist einzigartig: Schwimmt ein Fisch vorbei, schnellt das Männchen blitzschnell aus seiner Höhle und bohrt seine zu kleinen Harpunen umgewandelten Vorderbeine in das Opfer. Die Beute verzehrt er aber nicht allein, sondern füttert seine in der Höhe wartende Partnerin. Es gibt Paare, die mehr als 20 Jahre zusammenleben. Sie kümmert sich um die Eier, er jagt. Solange er immer wiederkommt, geht die Rechnung auf. Doch eines Tages bleibt er aus, denn ein verlockender Duft hat ihn aus seinem Bau gelockt. Er stiehlt sich davon und schlüpft in einen anderen Bau zu einer größeren Partnerin. Größer heißt mehr Eier, heißt mehr Nachkommen. Was ihm aber wohl erst später aufgehen wird: Größere Weibchen haben auch größeren Hunger.

Klimaschützer in den Seegraswiesen

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Purpur-Seeigel können zu einem ernsten Problem werden. Sie fressen sich durch die Tangstengel und trennen dadurch die Wedel ab.

Eine Seegraswiese nimmt 35 Mal mehr Kohlendioxid auf als eine vergleichbare Fläche Regenwald. Auf den ersten Blick erscheint es da fatal, dass eine einzige Grüne Meeresschildkröte an nur einem Tag über zwei Kilo davon abweidet. Zwar verbreitet sie mit ihrem Kot auch die Seegrassamen. Doch noch etwas anderes sorgt dafür, dass die marinen Rasenmäher nicht alles kahlscheren: Tigerhaie. Mit ihrem gewaltigen Gebiss können sie die gepanzerten Reptilien wie Nüsse aufknacken. Deshalb dürfen die Schildkröten nie lange an einem Ort bleiben, ständig müssen sie auf der Hut vor ihrem Feind sein. Die Haie arbeiten also indirekt durch den Erhalt der Seegraswiesen auch für den Klimaschutz.

Alles Leben im Meer hängt von winzigen Organismen ab

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Seesterne reagieren mit Hilfe von Lichtsinneszellen an ihren Armen auf das Licht der Frühlingssonne. Die Laichzeit beginnt.

Jedes Jahr sorgt die Frühjahrsonne in den Meeren der gemäßigten Zonen für immense Algenblüten. Diese grünen Massen sind der Beginn einer langen Nahrungskette. Sie dienen kleinsten Tierchen als Nahrung. Und die wiederum locken unzählige Sardellenschwärme an. Delfine, Seelöwen, Seevögel, sie alle sind hinter den kleinen Fischen her. Letztendlich hängt alles Leben im Meer von diesen winzigen grünen Organismen ab, bis hin zu Meeresriesen. Die größten Gäste bei dem vor Kalifornien gedrehten Festbankett sind Buckelwale. Bei jedem Auftauchen verschwinden mehrere Hundert Kilogramm Fisch in ihrem Maul.

Mit diesen eindrucksvollen Bildern enden die Geschichten aus dem Unterwasserdschungel, die Sprecher Axel Milberg spannend und poetisch zugleich erzählt.

Eine Koproduktion von BBC, WDR, NDR, BR und SWR.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Redaktion
Susanne Lummer
Regie
Mark Brownlow
Autor/in
Mark Brownlow
Regie
James Honeyborne
Autor/in
James Honeyborne