Expeditionen ins Tierreich

Afrikas geheimnisvolle Welten - Im Herzen des Vulkans

Mittwoch, 02. November 2022, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 03. November 2022, 06:35 bis 07:20 Uhr

Afrika war lange Zeit der Kontinent mit den größten unerforschten Regionen der Erde. Das ist Vergangenheit, glauben viele. Doch noch heute gibt es Gebiete, die bisher nur wenigen Menschen bekannt sind und in denen noch nie gefilmt wurde. Im Herzen Kenias liegt eine solche geheimnisvolle Welt. Es ist der Krater des Mount Suswa im Rift Valley: Der Vulkan besteht aus drei Lebensräumen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und einer Vielzahl von Tieren eine Heimat bieten.

Das soziale Leben der Wildhunde

Mit ihren großen Ohren hören Afrikanische Wildhunden jede Bewegung im Busch: Da ihre Rudel häufig sehr groß sind - dürfen sie keine Gelegenheit zur Jagd auslassen. © NDR/NDR Naturfilm/Ivo Nörenberg
Mit ihren großen Ohren hören Afrikanische Wildhunden jede Bewegung im Busch: Da ihre Rudel häufig sehr groß sind - dürfen sie keine Gelegenheit zur Jagd auslassen.

In den weiten Ebenen rings um die Caldera grasen Gazellen, ziehen Löffelhunde ihre Welpen groß und ein Rudel der extrem seltenen Wildhunde ist ständig auf der Suche nach leichter Beute. Eines der Tiere hat eine verkrüppelte Vorderpfote und kann nur schwer mit den anderen mithalten. Die Wildhund- Familie lässt das junge Männchen aber nicht im Stich, sondern versorgt es mit. Ein Beweis dafür, dass die Tiere äußerst sozial sind.

Tief in den Höhlen leben Großohrfledermäusen

Am Rande einer Lavaröhre versammeln sich am Morgen große Gruppen von Pavianen. Sie teilen sich den Lebensraum mit Klippschliefern und Klippspringern. Im Inneren der Höhle liegt eine unerforschte Welt mit Kalkformationen und unterirdischen Gärten. Zudem gibt es eine der weltweit größten Kolonien von Großohrfledermäusen, die sich tagsüber in einem Labyrinth aus unterirdischen Lavaröhren verbergen. Nach Sonnenuntergang verlassen sie die Höhle und gehen auf die Jagd nach Insekten, fallen aber nicht selten selber Eulen und Greifvögeln zum Opfer.

Paviane suchen Schutz in den Höhlen

Gegenseitige Körperpflege bei Anubispavianen stärkt die Bindung innerhalb der Gruppe. © NDR/NDR Naturfilm/Ivo Nörenberg
Gegenseitige Körperpflege bei Anubispavianen stärkt die Bindung innerhalb der Gruppe.

Währenddessen ziehen sich die Paviane in die Höhle zurück. Aufnahmen mit Thermokameras zeigen, was man sonst nicht sehen könnte: An der Decke hängen noch die letzten Fledermäuse, die im Licht der Wärmebildkamera zu glühen scheinen. Die Höhle ist als "Parlament der Paviane" unter den Einheimischen bekannt. Nirgendwo sonst auf der Welt wurde bisher beobachtet, dass Paviane nachts Schutz in Höhlen vor ihren Feinden suchen. Ein Verhalten, das zuvor noch nie gefilmt wurde.

Ein undurchdringlicher Wald

Sternenhimmel - wie Anubispaviane ihn sehen aus dem Pavian-Parlament (Höhle 18C). © NDR/NDR Naturfilm/Ivo Nörenberg
Sternenhimmel - wie Anubispaviane ihn sehen aus dem Pavian-Parlament (Höhle 18C).

Ein unerforschter Wald liegt versteckt im tiefer gelegenen inneren Krater. Eine ganz eigene Welt, die vom Rest des Berges isoliert ist. Dampf steigt an vielen Stellen auf. Der Wald ist so undurchdringlich, dass die wenigen Tiere hier im Verborgenen bleiben.

Die Dokumentation präsentiert zum ersten Mal all diese Phänomene und zeigt Geschichten, die vorher noch nie erzählt wurden. Eine geheimnisvolle, bisher kaum erforschte Region der Erde im Herzen Afrikas.

Redaktionsleiter/in
Ralf Quibeldey
Producer
Tom Synnatzschke
Regie
Oliver Goetzl
Autor/in
Oliver Goetzl
Schnitt
Oliver Goetzl
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Herstellungsleitung
Thomas Harnisch
Redaktion
Gita Datta
Kamera
Ivo Nörenberg
Giuseppe Buciarelli

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Tiere

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