die nordstory

Kreuzfahrt im Schneckentempo - Mit dem Lastkahn zur Müritz

Freitag, 23. September 2022, 15:00 bis 16:00 Uhr

Thomas Magner hat sich einen Traum erfüllt, er ist Besitzer des Kreuzfahrtschiffes MS "Liberté". Das Motorschiff ist 1935 als Lastkahn vom Stapel gelaufen. Mittlerweile wurde es prächtig restauriert und renoviert und in einen edlen Luxuskahn verwandelt. Allerdings ist er recht klein, nur knapp 37 Meter lang und fünf Meter breit. Es gibt sechs Doppelkabinen mit Duschbad, zwei Salons in poliertem Holz und mit blankem Messing und zwei Sonnendecks: Platz für zwölf Gäste und drei Crewmitglieder.

Im Ruderhaus der "Liberté". © NDR/Ralf Lampe
Im Ruderhaus der "Liberté".

Von Anfang März bis Ende Oktober ist Magner mit seinem Minikreuzliner auf den Wasserstraßen Europas unterwegs, von der Ostsee bis zum Mittelmeer, von der Seine bis an die Oder. Das Filmteam begleitet Thomas Magner, seine Crew und zwölf Gäste auf einer Tour von Berlin nach Waren, über die Spree, den Müggelsee, die Havel und die Mecklenburgische Seenplatte. Letztere gehört zum Lieblingsrevier von Thomas Magner, weil sie durch viele schmale Flüsse und Kanäle miteinander verbunden ist.

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Neun Tage dauert die etwa 250 Kilometer lange Tour von Berlin nach Waren. Ganz gemütlich mit sechs km/h geht es über die Spree, die Dahme, den Müggelsee, die Havel entlang Richtung Plauer See, Fleesen- und Kölpinsee auf die Müritz. Fast die gesamte Tour muss Magner sein Schiff bergauf steuern, dabei etwa 20 Schleusen passieren, möglichst ohne Kratzer oder mit dem Schiff anzuecken. Ab und zu muss er auch unter einer Brücke durch. Manche von ihnen sind so niedrig, dass er kurz vorher die Reling des Sonnendecks abbauen muss.

Der Herr über den Minikreuzliner

Das Filmteam schaut hinter die Kulissen dieses kleinen, familiären Betriebes, dessen Mitglieder in der Saison so gut wie rund um die Uhr arbeiten. Sie kaufen Proviant ein, putzen Kabinen, schrubben das Deck, das ist Aufgabe der kompletten Crew. Immer dann, wenn Gästewechsel ist, ist Großeinkaufstag.

Jeden Morgen um 9.00 Uhr legt das Schiff ab und macht gegen 17.00 Uhr wieder fest an Land. Die Reise beginnt mit einer Berlin-Rundfahrt von der Wasserseite aus: am Reichstag, am Regierungsviertel, an der Museumsinsel vorbei. Dann folgt das Kontrastprogramm, Natur pur: Es geht durch Flüsschen und Kanäle, wo es nur Schilf, Seerosen, Vogelgezwitscher, ab und zu ein paar Kühe am Ufer zu sehen gibt. Mit den Kreuzfahrern geht es in Mildenberg, Himmelpfort und Rheinsberg an Land, dort, wo Preußens Kronprinz residierte, bevor er als Friedrich der II. den Thron bestieg.

Thomas Magner den Kauf des Minikreuzliners nicht bereut. Er ist sein eigener Herr, er kann überall schippern, dort, wo auch die großen Pötte fahren, im Gegensatz zu ihnen aber auch ganz schmale Flüsschen passieren.

Autor/in
Anke Riedel
Produktionsleiter/in
Iris Berner
Redaktionsleiter/in
Birgit Müller

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