die nordstory - Einsturzgefahr und Engelsgeduld

Leben im Lübecker Denkmal

Freitag, 17. Januar 2020, 20:15 bis 21:15 Uhr

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Hinter Schichten von Tapeten, Gips oder Putz kommt fast immer Überraschendes zutage. Wer sich in Lübeck an die Sanierung eines Altstadthauses wagt, muss starke Nerven haben. Auch der Denkmalschutz mischt mit beim Renovieren. Schließlich geht es nebenbei um den Erhalt eines UNESCO-Welterbes, zu dem die Lübecker Altstadt zählt.

Wie die Bauherrinnen und Bauherren diesen ganzen Renovierungsstress aushalten, zeigt "die nordstory".

Das alte Schmiedehaus

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Johannes Drewelies saniert an dem alten Haus unter anderem die Giebel.

Petra Drewelies zählt zu den Mutigen, sie hatte schon immer ein Faible für Altes. Zusammen mit ihrem Ehemann saniert sie ein altes Schmiedehaus. Und obwohl es "jeden Tag ein neues Problem gibt", haben die beiden ihre gute Laune beim Arbeiten nicht verloren. Nach dem Kauf des Altstadthauses aus dem 16. Jahrhundert mussten sie zunächst viele Fehlkonstruktionen der vorherigen Besitzer zurückbauen. Da sie ihr altes Haus bereits verkauft hatten, zogen sie trotzdem ein und leben seitdem inmitten einer Baustelle. Drei Zimmer sind derzeit bewohnbar, der Rest ist noch Rohbau. Jede freie Minute steckt das Paar jetzt in ihr Haus.

Ein Ganghaus von 1630

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Familie Szperalski im Depot.

Das haben Johanna und Michael Szperalski bereits hinter sich. Die Lübecker bewohnen ein Ganghaus von 1630. Vor vier Jahren haben sie es gekauft und sich Schicht für Schicht durch die Geschichte des Hauses gearbeitet. "Es sah hier aus wie in einer Bruchbude", erinnert sich Johanna Szperalski. Bei der Entkernung entdeckten sie dann historische Malereien. Jetzt besitzen die beiden eine der besterhaltenen historischen Zimmerwände aus der Renaissance in ganz Lübeck. Und aus der Bruchbude ist mittlerweile ein Schmuckstück geworden.

Das aufwendigste Bauvorhaben Lübecks

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Auch das Treppenhaus im TheaterFigurenMuseum muss gründlich überarbeitet werden.

Das TheaterFigurenMuseum und das Figurentheater im Kolk sind ein Touristenmagnet. Seit zwei Jahren sind die Häuser geschlossen, weil sie dringend saniert werden müssen. Es ist eines der kompliziertesten und aufwendigsten Bauvorhaben Lübecks. Die Kulturdenkmäler werden komplett entkernt. Die historischen Fassaden bleiben, im Inneren werden die Häuser zum Teil neu gebaut. Insgesamt entstehen sieben Gebäude. Auch ein unterirdischer Tunnel ist geplant. Nicht einfach, denn die Bausubstanz ist maroder als gedacht. Und auch der Untergrund bereitet Probleme. Die Arbeiten verzögern sich. Für Museumsleiterin Antonia Napp und Puppenspieler Stephan Schlafke heißt das, sie müssen noch länger im Provisorium arbeiten.

Autor/in
Julia Lindenau
Produktionsleiter/in
Angela Hennemann
Redaktion
Katrin Glenz
Andrea Jedich
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen