die nordstory

die nordstory Spezial - Die Elbe - Von Zollenspieker bis Elbphilharmonie

Dienstag, 29. Dezember 2020, 20:15 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2020, 06:30 bis 08:00 Uhr

In weiten Bögen fließt die Elbe im Südosten auf Hamburger Gebiet. Sie umrundet das Zollenspieker Fährhaus, das älteste Baudenkmal der Hansestadt und bildet die Grenze zu Niedersachsen. Seit Jahrhunderten können Reisende an dieser Stelle über den Strom setzen und bis heute ist die Fähre eine viel genutzte Möglichkeit um den Fluss zu überqueren. Und das Fährhaus selbst ist seit einigen Jahren nicht nur vielfrequentiertes Ausflugsziel für Radler, Motorradfahrer und Touristen, sondern auch Tagungsort und Hotel - mit Blick auf die Elbe aus jedem Zimmer.

Die Gemüsekammer Hamburgs

In ihrem weiteren Verlauf windet sich die Elbe vorbei an den Vier- und Marschlanden. Geprägt von Feldern, Wiesen und Weiden ist die Region die "Gemüsekammer" Hamburgs. Hier steht auch ein uralter Bauernhof, der Hof Eggers. Als einer der Ersten hat Bauer Georg Eggers Anfang der 1990er-Jahre auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Das Futter für die Rinderherde bauen er und sein Nachfolger selbst an. Störche kommen jedes Jahr zum Brüten auf den Hof. Das Brot wird im Holzofen gebacken.

Gleich nebenan drehen sich die Flügel der Riepenburger Mühle. Schon im Mittelalter wurde hier das Getreide der umliegenden Bauern gemahlen. Bis heute funktioniert die Museumsmühle einwandfrei. Regelmäßig demonstriert Hobby-Müller Axel Strunge wie Weizen und Roggen gemahlen werden.

Elbvertiefung bedroht Ökosystem

Was auf den ersten Blick nach Idylle aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als schwer angeschlagen. Unter der schönen Oberfläche der Elbe hat sich in den vergangenen Jahren eine Tragödie abgespielt. Gab es früher Fisch im Überfluss, ist der Bestand heute dramatisch zurückgegangen. Fischer Wilhelm Grube legt seit 50 Jahren seine Netze und Reusen in der Elbe aus. Schon lange sind die Fänge nicht mehr ausreichend, der einstige Fischreichtum schwindet. Die Gründe dafür, sagt er, sind die immer neuen Vertiefungen der Elbe und das permanente Ausbaggern sowie die fehlenden Überschwemmungsgebiete. Sauerstofflöcher sind die Folge und das Fischsterben.

Der alte Zollponton auf der Elbe war lange vergessen und sollte abgewrackt werden. Heute gibt es hier das Café Entenwerder 1 mit dem goldenen Pavilllon. © NDR
Das Café Entenwerder1 liegt auf einem alten Zollponton.

Weiter die Elbe Richtung Stadt hat sich auf einem ehemaligen Zollponton unweit der Elbbrücken ganz neues Leben entwickelt. Das Café Entenwerder1 ist zu einem Magneten geworden für diesen Teil des Hafens. Lange vergessen kommen heute nicht nur Insider zu diesem Ort und genießen den Blick auf Schiffe, Werften und Hafenindustrie.

Hamburgs Musikhaus

Und schließlich am Ende der Reise steht mitten in Hamburg der neue Musik-Tempel, die Elbphilharmonie. Im Sommer werden Konzerte aus dem Großen Saal live auf den Vorplatz übertragen. Tausende genießen dann an lauen Abenden Musik der Spitzenklasse - so wie beim Auftritt des European Union Youth Orchestra. Über einhundert junge Musiker haben das Publikum im Saal und draußen vor der Tür mit klassischer Musik und ihrer Spielfreude begeistert.

Redaktion
Birgit Schanzen
Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Autor/in
Veit Bentlage
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