Lachs in der Elbe und Hase im Kohl

Dresdens neues Tierleben

Montag, 27. April 2020, 15:15 bis 16:00 Uhr

Immer im April eines Jahres ziehen 500 Suffolkschafe im Eiltempo von der Dresdner Heide quer durch die Stadt zum Königsufer. Die saftigen Weiden der Elbwiesen werden sie bis zum Winter satt machen. Als Landschaftspfleger fressen sie im Namen des Naturschutzes. Viele Vögel können hier nur brüten, viele Insekten nur gedeihen, weil die Vierbeiner alles schön kurz halten.

Biber und Lachs siedeln sich wieder im Elbtal an

Schafe weiden auf den Elbwiesen © NDR/MDR
Ab April weiden die Schafe jedes Jahr auf den Elbwiesen.

Den Elbebiber stört das Treiben der Schafe nicht. Seit Anfang der 1990er-Jahre erobert sich der große Nager nach jahrzehntelanger Abwesenheit in der Barockstadt wieder ein Terrain. Dämme legt er dabei nicht an. Im späten Frühjahr bringen Fischer am Oberlauf einiger Zuflüsse der Elbe im Auftrag des Sächsischen Umweltministeriums junge Lachse ins Wasser: 350.000 bis 400.000. Wie der Biber ist der Edelfisch seit den 1990er-Jahren dabei, sich im Elbtal wieder anzusiedeln, nachdem hier 1936 der letzte aus dem Wasser gezogen worden war.

Elbauen bieten Lebensraum für etliche Arten

Junger Turmfalke in Greifvogelauffangstation. © NDR/MDR
Junger Turmfalke in Greifvogelauffangstation.

Auch Hasen haben Dresden für sich entdeckt. Das bekommen die Mitarbeitenden eines Frühgemüse-Unternehmens deutlich zu spüren. Die Langohren fressen ihnen regelmäßig die appetitlichsten Pflanzenteile weg. Doch sie stehen unter Schutz und dürfen nicht gejagt werden. Dass sich auch die Kleine Hufeisennase und der Große Abendsegler, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling und die Italienische Mauereidechse, der Turmfalke und der Waldkauz im Naturraum der Elbauen und -hänge wohlfühlen, verwundert nicht in der grünen Stadt.

Redaktion
Monika Seiffert
Autor/in
Hiltrud Jäschke
Regie
Hiltrud Jäschke
Redaktion
Quibeldey, Ralf