Eldorado

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 11. März 2020, 00:00 bis 01:30 Uhr

Giovanna heißt das italienische Flüchtlingskind, das die Familie Imhoof während des Zweiten Weltkrieges bei sich zu Hause aufnimmt. Eine Erfahrung, die den Dokumentarfilmer Markus Imhoof nachhaltig geprägt hat. 70 Jahre später herrscht in Europa eine Flüchtlingskrise und Markus Imhoof begibt sich im Mittelmeer auf die Spuren der heutigen Hilfesuchenden.

Boot mit Flüchtlingen. Ausgehend von seiner persönlichen Begegnung mit dem italienischen Flüchtlingskind Giovanna im Zweiten Weltkrieg erzählt Markus Imhoof in "Eldorado", wie Flüchtlinge und Migranten heute behandelt werden - auf dem Mittelmeer, in Italien und in der Schweiz. © NDR/BR/SRF/SRG SSR/zero one film/Peter Indergand
Boot mit Flüchtlingen.

Ausgehend von seiner persönlichen Begegnung mit dem italienischen Flüchtlingskind Giovanna im Zweiten Weltkrieg erzählt Markus Imhoof in "Eldorado", wie Flüchtlinge und Migranten heute behandelt werden - auf dem Mittelmeer, in Italien und in der Schweiz.

Das "Ferienkind" Giovanna

Während des Zweiten Weltkrieges nimmt die Familie von Markus Imhoof ein italienisches Flüchtlingsmädchen auf. Sie heißt Giovanna und kommt aus dem ausgebombten Mailand als sogenanntes Ferienkind 1945 in die Schweiz.

Giovanna wird ihm eine Art große Schwester, mit der er sich auch noch nach deren Rückkehr nach Italien Briefe schreibt, und in deren Land er selbst zehn Jahre seines Lebens verbringen wird. Über diese einschneidende Erfahrung findet Markus Imhoof später einen ganz eigenen, sehr persönlichen Zugang zu der heutigen Flüchtlingskrise.

Ein persönlicher Blick von Markus Imhoof

Er geht an Bord eines der Schiffe der italienischen Küstenwache, die im Rahmen der Operation "Mare Nostrum" 100.000 Menschen aus dem Mittelmeer rettet. Für den Zuschauer wird mit Markus Imhoofs persönlichem Blick auf ein globales Phänomen das Ausmaß der menschlichen Misere, die hinter den Schicksalen der Flüchtlinge steht, erfahrbar.

Markus Imhoof begibt sich auf Spurensuche, eine Reise in die eigene Vergangenheit. © NDR/BR/SRF/SRG SSR/zero one film/Peter Indergand
Markus Imhoof begibt sich auf Spurensuche, eine Reise in die eigene Vergangenheit.

"Das einzige, was uns am Ende bleibt, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren", sagt Regisseur Markus Imhoof. Es sind genau jene Erinnerung, die ihn in "Eldorado" zurück zu den Ereignissen seiner Kindheit und seiner ersten Liebe führen.

Markus Imhoof ist ein preisgekrönter Regisseur, der mit seinem Film "More than honey" den Deutschen sowie den Bayerischen Filmpreis 2013 in der Kategorie Dokumentarfilm gewonnen hat.

Auch sein Spielfilm "Das Boot ist voll", der sich bereits mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt hat, wurde 1982 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet und mit einer Nominierung für die Oscars für den besten ausländischen Film gewürdigt.

Autor/in
Peter Indergand
Regie
Peter Indergand
Redaktion
Matthias Leybrand
Großpietsch, Timo
NDR Logo
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