Drogen: Amerikas längster Krieg

Dienstag, 03. November 2020, 01:55 bis 03:40 Uhr

Auf Amerikas ersten schwarzen Präsidenten folgte Donald Trump. Wie kein anderer Präsident vor ihm, spaltet Donald Trump die Gesellschaft, bricht mit seinem politischen Stil Tabus und hetzt die Menschen gegeneinander auf. Unruhen durchziehen im Corona- und Wahljahr 2020 das Land. An vielen Orten solidarisieren sich weiße Trump-Gegner mit der schwarzen Bewegung “Black lives matter”, Rassismus und Polizeigewalt eines der Wahlkampfthemen.

Die Wegsperr-Mentalität der Amerikaner

Zwei Polizisten in New Mexico. © NDR/Abramorama/Derek Hallquist
Polizisten bekommen finanzielle Anreize für Verhaftungen im Drogenbereich

Die Corona-Pandemie stellt auch das amerikanische Gefängnissystem auf die Probe. Kein Land auf der Welt sperrt so viele Drogensüchtige ein wie die USA. Die Amerikaner stellen ein Viertel aller Gefängnisinsassen weltweit, umfassen aber nur fünf Prozent der Weltbevölkerung. Seit den 60er-Jahren haben die USA über eine Billion Dollar in den "Krieg gegen Drogen" gesteckt, 45 Millionen Menschen wurden verhaftet. Trotzdem sind die Drogen in den USA billiger geworden, haben höhere Reinheitsgrade und sind überall leicht erhältlich. Polizisten erhalten enorme finanzielle Anreize für Verhaftungen im Drogenbereich, was dazu geführt hat, dass Schwerstkriminelle immer weniger verfolgt werden.

Der preisgekrönte Dokumentarfilm “Drogen: Amerikas längster Krieg” von Eugene Jarecki zeigt, wie Wegsperrmentalität und Missachtung von sozialen Umständen ein neues System der Diskriminierung, des systemischen Rassismus geschaffen haben, das auch in diesem Wahljahr enormen sozialen Sprengstoff birgt. 

Interview
Regisseur Eugene Jarecki. © NDR
14 Min

US-Wahl: Filmemacher Eugene Jarecki im Interview

Der US-Dokumentarfilmer über seinen aktuellen Kampf, die Wahlen in den USA gerechter zu machen. 14 Min

Regie
Eugene Jarecki
Autor/in
Eugene Jarecki
Redaktionsleiter/in
Barbara Biemann
Produktionsleiter/in
Angelika Brix