Drei Stunden Güstrow

Der Besuch von Bundeskanzler Helmut Schmidt im Jahr 1981

Sonntag, 12. Dezember 2021, 00:55 bis 01:40 Uhr

Dezember 1981. Helmut Schmidt, Bundeskanzler der BRD, besucht den Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker. Die Erfahrungen des Besuches von Willy Brandt 1970 in Erfurt haben die Staatsführung gewarnt: Begeisterung für einen Bundeskanzler soll es dieses Mal nicht geben.

Für den 13. Dezember sieht das Protokoll einen Abstecher nach Güstrow vor. Der Weihnachtsmarkt, die Barlach-Gedenkstätte und der Dom zu Güstrow stehen auf dem Programm. Der gewaltige Apparat des Ministeriums für Staatssicherheit wird in Gang gesetzt, um die "Sicherheit des Gastes" zu gewährleisten. Erich Mielke: "Noch nie war so ein hoher Einsatz erforderlich wie hier in Güstrow."

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SED-Chef Erich Honecker (rechts) schenkt Bundeskanzler Helmut Schmidt (links) nach dessen DDR-Besuch bei seiner Abreise am 13. Dezember 1981 auf dem Bahnhof von Güstrow ein Lutschbonbon vom Weihnachtsmarkt. © dpa - Bildfunk Foto: Dieter Klar

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Menschen werden vorübergehend festgenommen, Anwohner unter Hausarrest gestellt, Stasi-Mitarbeiter zu "Besuchern des Weihnachtsmarktes" geschminkt. So sollte den Medien ein genehmes DDR-Bild vorgegaukelt werden.

Eine Rekonstruktion von drei Stunden Staatsbesuch in Güstrow.

Redaktion
Siegfried Grupe
Produktionsleiter/in
Bernd Schneider
Regie
Michael Krull
Autor/in
Michael Krull
Redaktion
Müller, Birgit