Alaska Highway - Pionierroute in die Wildnis

Samstag, 13. Juni 2020, 13:15 bis 14:00 Uhr

In nur sieben Monaten wurde vom US-Militär im hohen Norden Nordamerikas im Sommer 1942 der Alaska Highway gebaut. Noch heute ist er die einzige Straßenverbindung nach Alaska. Die Wildnisstraße ist eine 2.400 Kilometer lange Piste durch unendliche Sümpfe und über noch namenlose Bergketten. Auf diesem Highway sollte im Zweiten Weltkrieg Nachschub nach Alaska gebracht werden, um einen Angriff der Japaner abzuwehren.

Seither hat sich die legendäre Fernstraße zu einer Route für Touristen und Trucker gewandelt, entlang der sich allerlei skurrile Charaktere angesiedelt haben. Ein Highway, der Geschichte und Geschichten vereint.

Von Dawson Creek Richtung Alaska

Dawson Creek, der Startpunkt des Alaska Highway © NDR/SR/Karl Teuschl
In Dawson Creek startet der Alaska Highway und führt immer weiter nach Nordwesten, bis Alaska erreicht ist.

Von seinem offiziellen Startpunkt in Dawson Creek folgt das Kamerateam dem Alaska Highway durch die einsamen Ausläufer der Rocky Mountains in British Columbia und durch das Yukon Territory immer weiter nach Nordwesten, bis Alaska erreicht ist. Trotz des Namens verläuft die legendäre Fernstraße nämlich zum größten Teil durch Kanada, nur das Ziel heißt Alaska. Beim Bau wurde die Straße noch Alcan Highway genannt, Alaska-Canada-Highway. Damals war die Piste noch weit kurviger, um den Japanern mit eventuellen Fliegerangriffen den Beschuss von Militärkonvois zu erschweren. Heute ist die Strecke längst begradigt und um 50 Kilometer kürzer.

Unberührte Landschaften

Großartige Naturlandschaften umrahmen den Highway, bis heute weitgehend unberührt. Die nördlichen Rocky Mountains sind die Heimat von Elchen und Karibus, Bergschafen und Wölfen. Nur 30.000 Menschen leben heute hier in einer Region so groß wie Deutschland. Auch der höchste Berg Kanadas, der 5.959 Meter hohe Mount Logan, liegt am Weg. Seine gewaltigen Gletscher sind das Ziel von Buschpiloten, die hier sogar auf Skiern landen können.

Auf der Spur der Goldgräber und am Weltkriegshangar

Aber es sind nicht nur große Panoramen, sondern auch Details und Hintergründe, die die Highwayfahrt zur spannenden Reise werden lassen: Im Yukon Territory bei Whitehorse kreuzt die alte Route der Goldgräber auf dem Weg zum Klondike den Highway. Dort arbeitete einst Jack London auf dem Fluss als Lotse. In Watson Lake steht noch der Flugzeughangar aus dem Zweiten Weltkrieg, über den damals Bomber über die Beringstraße zur Russlandfront nach Europa geflogen wurden. An diese Luftbrücke erinnert heute noch ein großes Denkmal in Fairbanks, Alaska.

Interessante Charaktere entlang der Route

Hinzu kommen interessante und auch skurrile Charaktere, die den Film bereichern: ein indianischer Künstler, der auch in der modernen Welt seine Wurzeln nicht verleugnen will, ein seit 50 Jahren hier arbeitender Wirt eines klassischen Roadhouse, ein österreichischer Schlittenhundezüchter, eine Nationalparkrangerin und ein Norweger mit einem Kinderwagen, der den ganzen Alaska Highway zu Fuß geht.

Autor/in
Karl Teuschl
Redaktion
Kerstin Woldt
Redaktionsleiter/in
Ralf Quibeldey