Stand: 30.10.2017 16:16 Uhr

Wangerooge: Eine Insel wie ein Seepferdchen

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Zwischen dem Fährhafen (rechts oben im Bild) und dem Zentrum liegen rund fünf Kilometer Wiesen.

Nur acht Kilometer trennen die Insel Wangerooge vom Festland. Eine Fähre bringt Urlauber vom Hafen Harlesiel in rund 45 Minuten auf die östlichste der niedersächsischen Nordseeinseln, die übrigens nicht zu Ostfriesland zählt, sondern zum Landkreis Friesland. Die Fahrzeiten richten sich nach der Tide, denn nur bei Flut haben die Schiffe genügend Wasser unter dem Kiel.

Haus eines Wangerooger Einwohners.

Wangerooge: Wohnen bei den Insulanern

Nordtour -

Seit der Gründung des Seebades Wangerooge haben meist Wangerooger Familien den Gästen eine Herberge für die Urlaubszeit geboten. Was ist das Besondere am Urlaub bei Insulanern?

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Der Name Wangerooge leitet sich aus dem altgermanischen "Wanga" für Wiese und dem friesischen Wort "oog" für Insel ab. Tatsächlich bietet die kleine Insel auch heute noch viel unberührte Natur. Allerdings hat sich die Inselform im Lauf der Jahrhunderte immer wieder verändert. Die starke Strömung und kräftige Winde setzen der Westseite schwer zu, während sich das abgetragene Land zum Teil im Osten wieder anlagert. So "wandert" die Insel allmählich. Innerhalb von 300 Jahren hat sie sich einmal um ihre gesamte Länge verschoben. Das Seepferdchen rückt nach Osten.

Mit der Inselbahn zur Vogelbeobachtung

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Die Inselbahn pendelt seit mehr als 100 Jahren zwischen dem Hafen und dem Zentrum Wangerooges.

Auf der autofreien Insel ist die Inselbahn das wichtigste Verkehrsmittel. Sie bringt Urlauber vom Fähranleger ins Zentrum. Auf der rund fünf Kilometer langen Fahrt der Schmalspurbahn lohnt sich der Blick in alle Richtungen: auf Watt, Dünen und Salzwiesen. Die Strecke führt mitten durch ein Schutzgebiet, das Besucher nicht betreten dürfen. Die Wiesen sind ein wichtiger Rückzugsbereich für Tiere. So rasten etwa im April und Mai sowie von August bis Oktober Tausende Zugvögel auf der Insel. Viele von ihnen kommen aus Grönland, Sibirien oder Skandinavien. Auf ihrer weiten Reise in die Winterquartiere in Südeuropa und Nordafrika legen sie im Wattenmeer eine Pause ein. Die Inselbahn fährt fast im Schritttempo, um die Vögel nicht zu stören. Den Passagieren bietet sich so die Gelegenheit, die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.

Wahrzeichen Westturm - Jugendherberge mit Ausblick

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Der Westturm steht mitten in den Dünen und wird als Jugendherberge genutzt.

Wahrzeichen Wangerooges ist der 56 Meter hohe Westturm, ein markantes Bauwerk, das Besucher schon von Weitem sehen. Ein erster Turm, der von 1597 bis 1601 errichtet wurde, diente als See- und Landmarke sowie Kirche. Er stand inmitten des alten Inseldorfes, bis die Neujahrsflut 1855 die Insel in drei Teile zerriss. Das Dorf musste aufgegeben werden, doch der Turm stand noch bis 1914 am Weststrand. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs ließ ihn die Marine sprengen, da sie fürchtete, feindliche Schiffe könnten sich an ihm orientieren. 1932 wurde etwa 800 Meter südlich ein neuer Turm nach historischem Vorbild gebaut. Seit seiner Einweihung 1933 wird er als Jugendherberge genutzt, die inzwischen über einen modernen Anbau verfügt. Ein toller Ausblick ist hier garantiert. Am schnellsten erreichen Besucher den Westturm mit der Inselbahn - zu Fuß dauert es vom Zentrum rund 45 Minuten.

Alter Leuchtturm ist heute ein Museum

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Der alte Leuchtturm ist 39 Meter hoch und dient als Museum und Aussichtspunkt.

Das älteste erhaltene Gebäude der Insel ist der Leuchtturm. Er wurde am 1. Oktober 1856 in Betrieb genommen, kurz nachdem die Sturmflut das alte Inseldorf zerstört hatte. 1969 wurde das Leuchtfeuer abgeschaltet. Heute genießen Besucher von einer Aussichtsplattform einen großartigen Blick auf die Insel, über das Wattenmeer und auf die Schifffahrtswege. Die 149 Stufen müssen sie allerdings zu Fuß bewältigen - einen Lift gibt es nicht. Seit 1980 beherbergt der Leuchtturm auch ein Heimatmuseum, das auf Initiative einiger Insulaner eingerichtet wurde.

Nationalpark-Haus informiert über das Wattenmeer

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Im Zentrum der Insel liegt das Nationalpark-Haus Rosenhaus. Seine Mitarbeiter informieren über den Lebensraum Wattenmeer und wollen bei Touristen wie bei den knapp 1.000 Einheimischen Interesse an der vielfältigen Natur wecken. Zum Programm des ganzjährig geöffneten Hauses gehören regelmäßige Fahrradtouren sowie Themen-Wanderungen, auch speziell für Kinder. In einer Dauerausstellung erfahren Gäste Wissenswertes über das Wattenmeer, seine Entstehung und die Tierwelt. In einem Aquarium leben Fische, Krebse und Anemonen. Der Besuch im Nationalpark-Haus ist kostenlos.

Seebad mit Tradition

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Die Badekarren von einst dienen heute als Infopunkte.

Wangerooge ist nach Baltrum die zweitkleinste der sieben Ostfriesischen Inseln. Bereits seit 1804 trägt die Insel den Titel "Seebad", als eine der ersten in Deutschland. Der Kaufmann Caspar Jäger aus Jever hatte bei einem Besuch auf Wangerooge so heilsame und erholsame Erfahrungen gemacht, dass seine Berichte bald immer mehr Badegäste auf die Insel lockten. Zwar kommt der Badebetrieb nach der Neujahrssturmflut 1855 zwischenzeitlich zum Erliegen. Doch bereits elf Jahre später wird ein neues Kurhaus eröffnet.

Das wohltuende Reizklima und der lange Strand sind noch heute die touristischen Pluspunkte der Insel. Bei schlechtem Wetter können Urlauber in ein Meerwasser-Schwimmbad mit Rutsche, Sauna und Whirl-Pools ausweichen. Zahlreiche Kurangebote, mit dem Schwerpunkt Thalosso-Anwendungen, machen die Insel für Kurgäste und Wellness-Freunde interessant.

Anreise

Autofahrer nehmen die A 29, B 210 und L 808 nach Harlesiel. Am Hafen stellen sie das Auto auf einem der Stellplätze ab. Bahnreisende fahren nach Norden, Jever oder Esens und von dort weiter mit dem Bus nach Harlesiel. Das Gepäck wird in Harlesiel aufgegeben und auf Wangerooge gleich auf die Inselbahn verladen. Es steht am Bahnhof im Inseldorf bereit. Die Fähre nach Wangerooge verkehrt tideabhängig, die Überfahrt dauert etwa 50 Minuten. Es besteht außerdem die Möglichkeit, vom Flugplatz Harle nach Wangerooge zu fliegen.

Karte: Markante Punkte auf Wangerooge
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 04.11.2017 | 18:00 Uhr

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