Na nu? Wer schaut denn da durch's Fenster? Reinhard Zimpel aus Rostock fotografierte diese neugierige Taube auf dem Fenstersims. © NDR Foto: Reinhard Zimpel aus Rostock

Gerechte Piekers

Sendung: Hör mal 'n beten to | 13.06.2022 | 11:40 Uhr | von Helge Albrecht
2 Min | Verfügbar bis 31.12.2099

Helge Albrecht flaniert gerne durch die Hansestadt und macht dort immer wieder überraschende Entdeckungen.

Nülich bün ik an so’n edle Feinkostladen vörbilopen. Een Olive mit dree Saltkörner 20 Euro, sowat. Un dor stunn een lange Schlang vör. Dor stunnen de rieken Lüüd, de, de ümmer erste Reeg sünd, un mussen töven. Dat hebbt se sik natürlich nich lang gefullen laten. Dor weern se nich an wennt! Un de eene meene denn, he dörf vörgahn, wat een annere Fru, överhaupt nich afkunn. Harrn sik furts in de Plünnen. Dor dreihe se sik üm na de annern un sä: „Ja, der glaubt, der ist der Größte. Dabei ist der bestimmt nur Chef von so’m mittelständischen Unternehmen.“
Funn ik spannend! För mi weern eenfach alle riek, aver dat schient dor groote Ünnerscheede to geven. Un dor denk ik, dat weer so schön, wenn du mit richtige Tüünkram riek worrn büst.
Ne, op so‘n noble Empfang, stahen denn alle in so’n Runn, mit Austern in de Hand un vertellen so: „Ik heff dick arvt. Ik heff mit Immobilien hannelt. Ik heff op Aktien spekuleert.“
Un denn wött alle graad mit ehr Auster anstööten - man denn gahn de Blicke na di und du seggst:
„Ik bün Ünnernehmer. So - dat Tiergewerbe. Lütte Tieren.“
- Ach, hebbt Se een Pelzfarm? Wie schön!
„Ne, dat geiht üm Geflögel.“
Dor blifft se meist Austerglodder in de Hals hangen.
- Nu seggen Se aver nich, dat Se so’n Typ vun de mobile Gockelgrill-Knusperhöhner-Imperium sünd.
„Ne, also, ik bün mit mien Firma Marktföhrer in de Branche - för düsse Pieker op‘n Bahnhof! Se weeten schon, düsse Spieße, de Stricknadeln, de baven op de Anzeigentafeln drop sünd, dormit sik de Duuven dor nich ropsetten.“
Nu, witte Gesichter - nich vun de Auster.
„Jo, weeten Se, ik bün dor vör allen in de Entwicklung tätig – bi de Piekers. Also ik versöök dat ümmer noch mol een beeten unangenehmer to maken för de Duuven.“

Dat villicht, wenn se mal wedder anstahn mött. Mol töven mött op de Tog. Dat villicht een Duuv, wiel se nich sitten kann op de Piekers, fleegen mutt. Un se op de Kopp schitt – so as bi jedeen annere uk.

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Annie Heger blickt in die Kamera. © Agentur Maurischat Foto: Jan Jagusch

Kolumne: Hör mal 'n beten to "Töven se en lütten Momang"

Annie Heger hängt mal wieder in der Telefon- Warteschlange fest und die Pausenmusik dudelt und dudelt. mehr

Ein Mikrofon. © NDR Foto: Gitte Alpen

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Junge Frau flüstert einem Mann etwas ins Ohr. © Fotolia.com Foto: olly

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